Hockenheim

Geschäftsleben Stadtladen des Johanneshofs bietet nach Umzug in die Bahnhofstraße zusätzlich Backwaren und kleine Speisen vor Ort

Neben Obst und Salat gibt’s Torte und Eis

„So darf’s grad weitergehen“, sagt Johannes Härdle lächelnd mit Blick auf die Menschentraube, die sich im Verkaufsraum bewegt. Nicht mal eine halbe Stunde ist der Stadtladen des Johanneshofs in der Bahnhofstraße 7 geöffnet, und schon stößt er an seine Kapazitätsgrenzen. Und während Härdle mit anpackt, als die Handwerker die Leuchtreklame auf der Fassade zur Eisenbahnstraße montieren, machen seine Mitarbeiter unermüdlich ihre Runden mit Tabletts, auf denen sie Sekt und hausgemachte Panna cotta zur Begrüßung reichen.

„Neuer Ort. Neues Konzept“, steht in der Werbung, und mit dem im Mai 2002 eröffneten Geschäft in der Oberen Hauptstraße hat das Domizil tatsächlich nur noch Teile des Sortiments und des Teams gemeinsam. Vor allem ist hier, wo in der Vergangenheit Lokale mit griechischen, italienischen oder chinesischen Spezialitäten und zuletzt das „StandArt Cafe“ untergebracht waren, viel mehr Platz – auch im Außenbereich.

Alter Ort ohne Entwicklungschance

„Wir waren schon einige Jahre am Überlegen, wie wir Backwaren und Eis in die Verkaufsstelle in der Innenstadt integrieren“, blickt Härdle zurück. Doch der 50 Quadratmeter große Laden in der Oberen Hauptstraße habe keine Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Und Alternativen in dessen Umgebung wären zu aufwendig gewesen.

Überall hätten er und sein Mitgeschäftsführer Harald Schlumpp sich umgesehen, auf die Bahnhofstraße 7 am Rand der Innenstadt seien sie per Zufall gestoßen. Der erwies sich als glücklich. „Wir sind dem Kundenstrom gefolgt, der am innerstädtischen Bereich leider vorbeizieht“, erklärt Johannes Härdle. „Der Einkauf findet hier, in dieser Straße statt“, ergänzt er mit Blick auf benachbarte Discounter, Super- und Drogeriemarkt. Und wenn die Kunden nach dem Großeinkauf noch Kuchen, Obst oder Gemüse aus eigener Produktion kaufen wollen, liege der Stadtladen jetzt auf dem Weg – und zwar das ganze Jahr über.

Auf den wichtigsten Unterschied macht der Namenszusatz aufmerksam: „Laden – Café – Deli“. Die Besucher können die Produkte vor Ort genießen. Dafür stehen 30 bis 40 Sitzplätze drinnen und rund 60 im Außenbereich zur Verfügung, der auf drei Seiten ums Haus reicht und einen plätschernden Brunnen beherbergt. Wenn das Blätterdach gewachsen ist, wird der Freisitz zur Oase, wo Eis und Torten und Kaffeespezialitäten im Schatten schmecken.

Der Begriff „Deli“ wurde in New York kreiert, erläutert Harald Schlumpp, und bezeichnet einen Ort, wo man Produkte sowohl kaufen, aber auch veredelt zu Gerichten essen kann. Wichtig sei dort wie hier, dass es sich um Hochqualitätsprodukte handelt. Derzeit stehen in der Vitrine Aufläufe, Sandwiches und Salate. In der Wintersaison, ab Ende Oktober, „schreie“ der stattliche Ofen mitten im Raum danach, dass Holzfeuer gemacht und Flammkuchen oder Rahmflecken gebacken werden.

Gastronomisch will Schlumpp nichts überstürzen: Der „kleine Johanneshof“ soll sich – wie der große, der unter dem neuen Engagement nicht leiden soll, über 25 Jahre lang – langsam entwickeln können. Weinproben kann er sich vorstellen, Winzer-Kontakte hat er reichlich. Und ab Mai soll morgens ein hochwertiges Pausenbrot für Schüler auf dem Weg zum gegenüberliegenden Bahnhof bereitstehen.

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