Hockenheim

Kurpfälzer Abend Oktoberfest-Atmosphäre auf dem Zehntscheunenplatz lockt viele Besucher / Jubiläumsbier verkostet / Hockenheimer Marketing-Verein zufrieden

Neue Attraktion zur Kerwe kommt gut an

Wenn „Papiiiiiii, noch mal!“-Rufe über den Marktplatz ertönen, ist es wieder soweit: Rummel in Hoggeme! Nach der offiziellen Kerwe-Eröffnung am Samstagmittag stürmten die Besucher am Nachmittag die Fahrgeschäfte, Schießbuden und Stände mit Verköstigung. Die milden Temperaturen sorgten für einen gut gefüllten Marktplatz, und die Kleinsten hatten Spaß.

„Wir sind schon so oft die Regenschirme gefahren“, erzählen Larissa (9) und Mona (8) aus Hockenheim, „wir wissen gar nicht mehr, wie oft!“ In den Verschnaufpausen rennen die beiden zum Stand, bei dem man auf Ballons werfen und Preise ergattern kann. Und dabei denken die beiden auch an andere: „Für unsere Freundin haben wir einen Bommel gewonnen“, freuen sie sich.

Zwischen Autoskooter und Crêpes-Stand erzählen Abdul (10) und Zen (8) aus Hockenheim, dass sie jetzt erstmal eine Stärkung nach dem ganzen Herumgewirbel und den Adrenalinstößen der Fahrgeschäfte bräuchten: „Wir gehen jetzt mit Papa Pommes essen!“

Das konnte man unter dem großen Pavillon in der Mitte des Marktplatzes tun. Dort nahmen Mamas, Papas, Omas und Opas Platz, solange ihre Schützlinge sich austobten.

Warmlaufen für die große Sause

Gegen Abend zogen viele Besucher weiter zum Festzelt auf dem Zehntscheunenplatz. Denn dort gab es gleich mehrere Highlights: In Dirndl und Lederhosen ging das beliebteste Volksfest Deutschlands in seine Hockenheimer Ausführung. Gleichzeitig stand der Samstagabend unter dem Motto „Kurpfälzer Abend“ – eine außergewöhnliche Premiere. „Wir möchten uns auf das Jubiläumsjahr 2019 einstimmen und so das Oktoberfest mit dem kurpfälzischen Flair verbinden“, erklärt Tobias Nolting, Geschäftsführer des Hockenheimer Marketing-Vereins.

Ein Schlag reicht beim Anstich

Neben Welde-Bier gab es Backschinken, Sauerkraut und Leberkäse vom Carneval Club Blau Weiß Hockenheim. Und da eine Stadt nicht jeden Tag 1250 Jahre alt wird, sollte es schon vorab eine ganz besondere Kostprobe geben. Jens Kietzmann von der Welde-Brauerei präsentierte um 19 Uhr stolz das große Fass mit Jubiläumsbier. Schließlich erfolgten am Samstag gleich zwei Fassbieranstiche.

Nach dem traditionellen bei der Kerwe-Eröffnung brachte Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg auch beim Jubiläumsbier den Zapfhahn zum Laufen. Und das mit nur einem Schlag! „Nur so am Rande: In München haben sie zwei Schläge gebraucht, in Stuttgart sogar drei“, unterstrich er stolz. „Hockenheim ist die ultimative Antwort auf das Oktoberfest München und den Cannstatter Wasen.“

Nach dem Anstich konnte sich jeder Besucher vorne am Fass eine Kostprobe abholen. Sobald alle versorgt waren, startete das musikalische Programm mit der „Bayer&Beier-Band“, die bis 23 Uhr zwei Sets spielten, und zwischendrin gab es was für die Lachmuskeln: Comedian und Kabarettist Horst Schäfer alias „Bruchsalat“ begeisterte die Hockenheimer.

Zuvor äußerte sich Nolting ganz offen der Premiere des „Kurpfälzer Abends“ gegenüber: „Wir schauen mal, wie dieser Abend bei der Bevölkerung aufgenommen wird“, sagte er, während die Besucher in zünftigen Trachten an ihm vorbei ins Festzelt strömen. „Und wenn es gut ankommt, wird es vielleicht zum jährlichen Ritual.“

Sibylle Wolf aus Reilingen ist ein großer Fan des Oktoberfests, wie ihr Schal mit Edelweiß-Muster deutlich zeigt. „Ich finde es schön, dass der HMV das Oktoberfest begonnen hat“, sagt sie und freut sich besonders darüber, dass eine kultige Veranstaltung wie diese eben sämtliche Altersgruppen unter einen Hut bringe.

Auf eine Wiederholung haben alle Fans des Spektakels gute Aussichten: „Wir sind sehr zufrieden und hatten das Gefühl, die Premiere des Kurpfälzer Abends wurde sehr gut angenommen. Es gibt Dinge, die wir noch ausbauen können, aber unser Vorhaben ist, es nächstes Jahr fortzuführen und als Tradition einzuführen“, lautete Noltings Fazit.

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