Hockenheim

Bahnhof Weitere Verzögerung der Barrierefreiheit durch Fehler in der Maschinentechnik / Von Bahn beauftragte Firma überlastet

Neue Fahrstühle stehen noch bis Januar still

Schlechte Nachricht für Bahnfahrer mit eingeschränkter Mobilität oder Kinderwagen: Die Inbetriebnahme der neu installierten Fahrstühle am Hockenheimer Bahnhof verzögert sich nach Angaben eines Sprechers der Projektleitung bis Januar. Mitte Oktober hatte die Bahn der Stadt noch mitgeteilt, die Umbaumaßnahmen würden voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Maschinentechnik lief bei einem Test nicht fehlerfrei und muss nochmals überprüft werden.

Der Sprecher begründete die Verzögerung mit der Überlastung der beauftragten Firma, die für eine Vielzahl von Bahnhöfen die Aufzüge in Gang bringen müsse. Nach Angaben des Fachbereiches Bauen und Wohnen der Stadtverwaltung Hockenheim hat die Rückruftaste im Aufzug nicht funktioniert, so dass eine erneute Überprüfung anberaumt werden musste.

Erst nach der Überprüfung durch die Firma, die die Technik eingebaut hat, könne ein neuer TÜV-Termin anberaumt werden. Vorher könnten die Fahrstühle nicht freigegeben werden, auch wenn sie rein mechanisch einwandfrei funktionierten. Wenn der Notruf nicht fehlerlos arbeite, bestehe die Gefahr, dass ein Fahrgast eingeschlossen werde.

Beleuchtung wird ergänzt

Der Sprecher zeigte Verständnis für den Unmut der Bahnreisenden darüber, dass die Lifte noch immer still stehen, obwohl sie schon vor vielen Wochen eingebaut wurden. Der Ausbau sei an verschiedene Auftragnehmer vergeben worden, und die Erstellung des Schachtgerüsts erwecke den Anschein, dass die Installation fast abgeschlossen sei, obwohl noch wesentliche Schritte für einen ordnungsgemäßen Betrieb fehlten.

Abgesehen von dem technischen Problem seien die Arbeiten bis auf die Ergänzung der Beleuchtung abgeschlossen. Bei einer Begehung habe sich gezeigt, dass es in einem Bereich nach dem Umbau nicht mehr hell genug ist. Das werde jedoch zu keiner Verzögerung der Inbetriebnahme führen.

Die Arbeiten am Bahnhof erfolgen im Zuge des S-Bahn-gerechten Ausbaus der Strecke Mannheim-Karlsruhe. Sie werden von der Firma Albert Fischer für die DB realisiert. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Informationen der Stadt auf knapp zwei Millionen Euro. Der kommunale Anteil beträgt 400 000 Euro, hinzukommen 430 000 Euro Planungskosten – diese beide Posten teilen sich Stadt und Land. Laut dem Bauschild sollte der Ausbau im Dezember abgeschlossen sein.

Die neuerliche Verzögerung der Barrierefreiheit lässt den Verzicht der Bahn auf eine offizielle Einweihung angebracht erscheinen – selbst wenn die zusätzlichen zwei bis drei Monate angesichts der Gesamtwartezeit kaum mehr ins Gewicht fallen.

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