Hockenheim

Aufbruch 2016 Soziologe von Polizeihochschule benennt angebliche Profiteure der Flüchtlingskrise

Nicht alle als Flüchtlinge bezeichnen

Archivartikel

Hockenheim.Wer profitiert von der Zuwanderungskrise und was ist zu tun, um die illegale Zuwanderung zu stoppen? Diese beiden Fragen standen im Mittelpunkt des Vortrags über „Fallstricke der Migration“, den Professor Dr. Anton Sterbling im Restaurant „Rondeau“ in Hockenheim hielt. Die Initiative Aufbruch 2016 hatte den Professor für Soziologie und Pädagogik an der Hochschule der sächsischen Polizei in Rothenburg in der Oberlausitz eingeladen, der zu diesem Thema schon mehrere Bücher geschrieben hat. Der Saal war voll besetzt.

Überraschenderweise profitierten, so der Referent, von der Krise zunächst die Regierungen der Herkunftsländer, „die auf diese Weise jede Menge unerwünschte und potenziell gefährliche Personen entsorgen“ könnten, behauptet Sterbling. Sofern die Zuwanderer nach Europa darüber hinaus noch umfangreiche Transferleistungen nach Hause überweisen könnten und Entwicklungshilfegelder in die Taschen korrupter Machthaber flössen, sei der Gewinn immens. Nutznießer seien auch Transitländer, die sich den Durchzug ähnlich dem Raubrittertum des Spätmittelalters gut bezahlen ließen. Besonders die Türkei habe daraus ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt.

Nicht zu vergessen seien die Schlepperorganisationen, die mit utopischen Versprechungen die Werbung organisierten und für die Fahrt ihren Service anböten, so Sterbling weiter. Dem Vernehmen nach seien sie mit der Mafia vernetzt. Im Ankunftsland, vor allem in Deutschland, schließlich seien es „professionelle Helfer, auf Asylrecht spezialisierte Anwälte und oft aus den Herkunftsländern stammende Vermieter, die Schrottimmobilien gewinnbringend verwerten könnten“, so der Professor weiter.

1500 Euro je Steuerzahler für nichts

Diese ganze „Zuwanderungsindustrie“, die keinen produktiven Beitrag zum Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik leiste, bürde dem deutschen Steuerzahler jährlich eine Last von schätzungsweise 40 bis 60 Milliarden Euro auf. Das heißt, dass jeder deutsche Steuerzahler jährlich ungefähr 1500 Euro für nichts ausgebe.

Neben politisch Verfolgten, die zu Recht Asyl beanspruchen könnten und neben Flüchtlingen, die temporären Schutz benötigten, gebe es illegale Migranten, die entweder Arbeit in Deutschland suchten oder das deutsche Sozialsystem ausbeuten wollten. Notwendig sei es auf jeden Fall, diese Gruppen nicht unterschiedslos als Flüchtlinge zu bezeichnen, sondern sorgfältig zu differenzieren.

Noch wichtiger sei es jedoch, dass ein Vorschlag des englischen Migrationsforschers Paul Collier von der UNO verwirklicht werde. Collier plädiere dafür, dass die UNO darauf dränge, dass alle genannten Gruppen (Asylsuchende, Flüchtlinge, illegale Migranten) sich in ihrer eigenen Region, in ihrem eigenen Kulturkreis aufhalten sollten. Falls in einem Land starke Migrationsbewegungen zu beobachten seien, wären nach diesem Modell die Nachbarstaaten aufgefordert, sich darum zu kümmern und einen Ausweg zu finden.

Auf diese Weise wären diese Staaten gezwungen, nach einer Lösung des Problems zu suchen, statt Migranten einfach weiterzureichen. zg

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