Hockenheim

FV 08 Vorsitzender Matthias Filbert hält an Rücktritt fest

Notvorstand soll es richten

Das Tischtuch zwischen dem Vorsitzenden Matthias Filbert und dem Fußballverein ist wohl endgültig zerschnitten. Wie der noch amtierende Vereinschef im Gespräch mit unserer Zeitung unterstrich, wird er definitiv am Mittwoch, 21. Oktober, von seinem Amt zurücktreten. Unabhängig von der Tatsache, dass die für diesen Tag vorgesehene Hauptversammlung nicht stattfindet.

Filbert reagiert mit dieser Feststellung auf einen Bericht unserer Zeitung (am 13. Oktober) über ein Bündnis 08 innerhalb des Vereins, das einerseits auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung drängt, anderseits der von ihm ausgesprochenen Einladung zu einer ordentlichen Versammlung zahlreiche Formfehler bescheinigt.

Das Bündnis, bestehend unter anderem aus Mitgliedern des erweiterten Vorstands, störte sich grundsätzlich an dem Fehlen des von einer großen Zahl von Mitgliedern beantragten Tagesordnungspunktes „Abwahl des Vorsitzenden“. Formal sah es die Einladung als fehlerhaft an, da kein Versammlungsort genannt wurde. Auch dass sich die Mitglieder schriftlich anmelden sollten und Kandidatenvorschläge im Vorfeld hätten benannt werden sollen, deckt sich für das Bündnis nicht mit der gesetzlichen Lage.

Für Filbert keine wichtigen Punkte, die vorgesehene Anmeldung der Mitglieder sei den Hygienevorschriften geschuldet gewesen und bei der Nennung der Kandidaten für ein Vorstandsamt ging es in seinen Augen nur um die Prüfung, ob diese Personen Mitglied des Vereins seien.

Verkannt habe er jedoch das Interesse der Mitglieder an der Hauptversammlung, räumt Filbert ein. Er sei gedanklich vom Clubhaus als Tagungsort ausgegangen, doch bei über 100 Einladungen sei ihm klar geworden – ein größerer Saal muss her, doch da sei es zu spät gewesen.

Fakt ist nun, die Versammlung kann nicht stattfinden und Filbert hält an seiner Aussage fest, zu dem Datum zurückzutreten. Da der zweite Vorsitzende schon länger nicht mehr im Amt ist, bedeutet dies für den FV 08, dass er ab dem 22. Oktober keinen amtierenden Vorstand mehr hat – ein Notvorstand, der di Geschäfte führt, muss vom Amtsgericht eingesetzt werden.

Amtsgericht wird informiert

Filbert ist sich dessen sehr wohl bewusst. „Ich werde dem Gericht einige Vorschläge unterbreiten“, stellte er im Gespräch mit unserer Zeitung fest und hat dabei Namen von Personen aus dem erweiterten Vorstand im Hinterkopf. Auf jeden Fall werde er das Gericht umgehend von seinem Rücktritt informieren.

Sowie das Amtsgericht einen Notvorstand bestimmt habe, könne dieser die Einladung zur Hauptversammlung vornehmen, kann ein neuer Vorsitzender, ein neuer Vorstand gewählt werden, spricht Filbert von einem „sauberen Übergang“. aw

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