Hockenheim

Freundeskreis Hockenheim-Commercy Dem Besuch in Verdun folgen Ansprachen am Völkerkreuz / Weinkellerei besucht

Offensiv für Europa eintreten

Archivartikel

Mit einer großen Delegation machte sich der Freundeskreis Hockenheim-Commercy auf den Weg in die Partnerstadt Commery. 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges stand mit dem Besuch der Zitadelle von Verdun gleich ein erster Höhepunkt auf dem Programm, welchen man gemeinsam mit den Freunden aus Commercy besichtigte. 100 Jahre nach Ende des großen Krieges, wie ihn die Franzosen nennen, erlebt Verdun – die Stadt mit den meisten Auszeichnungen in Frankreich– eine große Anzahl Besucher.

Die Zitadelle spielte in der Schlacht um Verdun 1916 eine wichtige Rolle. Sie wurde zum logistischen Zentrum, beinhaltete eine Bäckerei, riesige Schlafsäle und Krankenstation, beherbergte den Generalstab und vieles mehr. Heute befährt man die Zitadelle mit einem Elektrofahrzeug, welches durch die aufgebaute Krankenstation, Bäckerei und viele andere Stationen fährt. Weit über 1000 Menschen fanden während der Schlacht um Verdun dort Platz.

Zitadelle besichtigt

Mit modernster Technik werden heute lebensgroße Szenen von damals eingeblendet und audiovisuell dargestellt. Die Zitadelle symbolisierte den Widerstand einer ganzen Nation. So durfte am 10. November 1920 der Obergefreite Auguste Thin unter acht Särgen, welche dort aufgebahrt wurden mit einem Blumenstrauß den Sarg des unbekannten Soldaten markieren. Er wollte seinem Regiment d‘Infanterie 132 eine Ehre erweisen und addierte die Zahl seines Regimentes und legte den Blumenstrauß am 6. Sarg nieder. Dieser unbekannte Soldat Frankreichs wurde später unter dem Arc de Triumph in Paris beerdigt.

Nach der eindrucksvollen Besichtigung der engen, dunklen und sieben Grad Celsius kalten Zitadelle ging die Fahrt mit den französischen Freunden weiter ans Völkerkreuz von Commercy. Das Zeichen der Versöhnung und der Völkerverständigung – der Tagesablauf hätte nicht besser gewählt werden können.

Beide Präsidenten der Freundeskreise, Robert Maurer sowie Matthias Stier, betonten in ihren Begrüßungsreden wie wichtig ein vereintes Europa in der heutigen Zeit sei. Man dürfe Europa weder den extrem linken noch rechten Parteien überlassen, denn jede Form von Extremismus hat negativen Einfluss auf Europa und deshalb sollte man in der Öffentlichkeit für ein vereintes Europa Flagge zeigen.

Fruchtige Perlweine verkostet

In Commercy ging es dann ins Hotel oder in die privaten Unterkünfte, wo der Abend ausklang. Am Sonntagmorgen wurde in Void Vacon die Weinkellerei Claire de Lorraine besichtigt. Fruchtige Perlweine mit Mirabellen, Himbeeren und anderen Geschmacksrichtungen werden dort erzeugt. Gleich neben der kleinen Fabrik befindet sich praktischerweise die Boutique und das Restaurant der kleinen Firma.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurden die verschiedenen Perlweine zum Probieren und als Aperitif gereicht. Wem es gemundet hatte, der konnte in der Boutique gleich die dargebotenen Produkte wie Pasteten, Weine oder andere Spezialitäten der Region kaufen und so zu Hause nochmals französisches Lebensgefühl auf dem Gaumen schmecken.

Viel zu schnell ging ein fröhlicher Nachmittag zu Ende und nach dem Überreichen des Gastgeschenkes mit Hausmacherwurst und Hockenheimer Bier, welches an die Bierprobe im letzten Jahr in Commercy erinnerte, hieß es au revoir, bon retour. mst

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