Hockenheim

Freie-Wähler-Vereinigung Zum Dampfnudelfest in der Scheune des Großhansschen Anwesens kommen immer mehr Besucher / Über 4000 Klöße verkauft

Salzige Kruste und samtweiche Haut

Hockenheim.Kotflügel an Kotflügel reihten sich die Autos wie auf einer Perlenschnur aneinander. Ganze Scharen von Radlern, Spaziergängern und Ausflüglern verwandelten die während des restlichen Jahres in völliger Ruhe daliegenden Straßen und Wege in einen von Menschen geformten Pfad hin zum Großhansschen Hof.

Leise Countrymusik-Wolken umhüllten jene, die kurz vor dem Ziel angekommen waren. Der Duft nach frisch gebackenem Hefeteig war jenen längst tief in die Kehlen gekrochen, die bereits in den langen Schlangen vor den Kassen warteten, bis auch sie einen hohen Stapel der köstlich dampfenden Nudeln in Empfang nehmen konnten.

Voller Inbrunst und Vorsicht wurden diese dann an einen der langen Tische manövriert, wo stets ein großes "Hallo" herrschte. Schließlich ist das Dampfnudelfest eine Familiensache. Und so bewegten sich ganze Clans und Freundeskreise bis ins Tiefgestade, wo die Freie-Wähler-Vereinigung Hockenheim keinen Wahlkampf, sondern Gourmetfang betrieb.

Vorjahresergebnis wohl getoppt

In Parteigelb gehüllt, huschten und wuselten rund 50 Mitglieder, Freunde und Familienmitglieder der Veranstalter in der großen Maschinenhalle des Landwirts, um so viele dampfnudelhungrige Gäste zu versorgen, wie noch nie. "Letztes Jahr haben wir 4000 Dampfnudeln verkauft", staunte Jochen Vetter, Vorstand und Gemeinderat, "aber dieses Jahr werden wir das wohl noch toppen." Dabei blickte er in die bis auf den letzten Winkel mit Menschen gefüllte Halle, in der zur Mittagszeit geduldiges Anstehen die Devise war.

Angefangen hatten die fleißigen Dampfnudelbäcker übrigens mit 100 Stück an einem heißen Sommertag im Herzen der Stadt. Jetzt informierten sie sogar via Facebook die Fans des Gebäcks, sich rechtzeitig einzufinden. Immer wieder glitten die in Altlußheim hergestellten Hefeklöße in die Bratpfannen. Dazu gab es Kartoffelsuppe à la Großmutter und natürlich als Alternative eine feine Vanillesauce. Diese war klarer Favorit von Felix Klein. Der Sechsjährige biss mit Vergnügen in die sanftweiche Nudel, die eine salzige Kruste an ihrer Kehrseite vorwies und seufzte: "Die sind aber lecker."

Country-Musik präsentiert

Nur wenige Meter weiter unterbrach Matteo Di Maggio seinen leidenschaftlichen Gesangsvortrag, um dem Nachwuchssänger "Frank, the Pitcher Boy" einen Auftritt einzuräumen. Country-Musik lieferte er und bereitete da einen guten Rahmen für das ländliche Fest, bei dem es natürlich auch Hausmacher Wurst und frisch gebackene Kuchen gab. Während die Kinder ihre Runden auf den Karussells drehten oder sich entlang der Wiesen vergnügten, genossen die "Großen" gute Gespräche und leckeres Essen im Hof und in der Halle.

Mit dem Badner Lied, das die Vereinigung eigens auf die Speisekarte hatte drucken lassen, ging es in den Nachmittag und die letzten Stunden des Festes.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel