Hockenheim

Altes Fahrerlager Marinekameradschaft lädt zum Bordfest ein / Veranstaltung feiert ihr Jubiläum / „Seeräuberfahrten“ sorgten früher für Jubelgeschrei bei den Kindern

Schon vor 50 Jahren stand der Labskaus auf der Karte

Aller Anfang ist schwer, sagte 1969 Kamerad Herrmann Orians, der damals Vorsitzender der Marinekameradschaft war. Er war es auch, der am 17. Juni 1969 – damals ein Dienstag – das erste öffentliche Bordfest am Schiffsbauplatz am Altrheinarm in Altlußheim eröffnete, so erinnert sich die Marinekameradschaft in einer Pressemitteilung. Der 17. Juni war zu der Zeit noch ein Feiertag, nämlich der Tag der „Deutschen Einheit“.

Doch das Fest ist immer noch brandaktuell und soll am Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, viele Gäste ins Alte Fahrerlager locken. Dann feiert es sogar sein 50. Jubiläum. Verschiedene Shantychöre aus nah und fern und der Seemanns-Chor aus Hockenheim mit seinem Chorleiter Wolfgang Rahner wird bei der Marinekameradschaft für Stimmung sorgen. Verpflegung steht wie immer auch auf dem Programm.

In der Anfangszeit wurde das Fest mit eisgekühlten Getränken und Flaschenbier aus der Zinkbadewanne gefeiert. Im Laufe der vielen Jahre hat sich dann so ziemlich alles geändert, was man verbessern konnte, heißt es seitens des Vereins. Nur eines hat sich über die ganzen fünfzig Jahre nicht verändert: Den Labskaus gibt es immer noch, obwohl die Skeptiker vor fünfzig Jahren weit in der Überzahl waren. Qualität setzt sich eben doch durch. Labskaus ist eine Seemannsspezialität, die man nicht an jeder Ecke haben kann, meint der Verein.

Mit Augenklappe unterwegs

30 Jahre feierte die Marinekameradschaft das inzwischen bei der Bevölkerung beliebte Bordfest am Schiffsbauplatz in Altlußheim, damals noch mit Bootsrundfahrten auf dem Rhein, wenn der aktuelle Wasserstand dies zuließ. Mit dem vereinseigenen Boot, der „Seydlitz 1“, später dann mit der „Seydlitz 2“, wurden so manche „Seeräuberfahrten“ unternommen.

Für die Kinder war es immer ein echter Höhepunkt, wenn Walter Benz senior mit seeräuberischer Kopfbedeckung, Augenklappe und Jubelgeschrei den Anker lichtete. Beim Fest konnte man gemütlich schöne Stunden in freier Natur verbringen, ohne dass es langweilig wurde, so erinnert sich der Verein. Beste Verpflegung, gekühlte Getränke und gute musikalische Unterhaltung waren bei der Marine immer garantiert.

Neue CD wird aufgenommen

Nachdem die „Seydlitz 2“ in die Jahre gekommen war und verschrottet werden musste, hat sich 1999 der Vorstand der Marinekameradschaft entschlossen, das Fest nach Hockenheim zu holen. Es gab keinen besseren Standort als das alte Fahrerlager, wenn auch die damalige noch offene Halle schon alt war. Es sind nun auch schon wieder 20 Jahre vergangen, seitdem die Marinekameradschaft ihr Fest im alten Fahrerlager feiert. Ein schöner Zufall, dass das 50. Bordfest in das Jubiläumsjahr 1250 Jahre Hockenheim fällt, ist sich der Verein sicher.

Kein Zufall ist jedoch, dass der Seemanns-Chor nach dem Bordfest, nämlich am 20. und 21. September, nach Sandhausen ins Tonstudio geht, um seine dritte CD aufzunehmen. Chorleiter Wolfgang Rahner hat hierzu alle nötigen Vorbereitungen und Termine sowie die Liederauswahl getroffen. Das „Unternehmen dritte CD“ bedeutet für den Chor zwei Tage höchste Konzentration, viel Stress und harte Arbeit. Achtzehn Lieber sollen gebrannt werden. Die neue Platte mit dem Titel „Moin, Moin“ soll noch im Jubiläumsjahr der Stadt und somit auch im Bordfest-Jubiläumsjahr veröffentlicht werden und spätestens ab Mitte November zu haben sein. zg

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