Hockenheim

Seiner Linie treu geblieben

Archivartikel

Matthias Mühleisen über Dieter Gummers Stil der Amtsführung

Der Termin für ein Interview mit Dieter Gummer, um mit ihm Bilanz zu ziehen aus seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Hockenheim, hatte seit dem 13. Mai im Kalender gestanden. Dann geschah das nach wie vor Unfassbare mit dem brutalen Faustschlag, der Gummer schwer verletzte und alle Pläne bis zum 23. August durchkreuzte.

So unbefriedigend es ist, den scheidenden OB nicht zu positiven und weniger positiven Aspekten seiner Tätigkeit befragen zu können, so erfreulich ist es doch, dass Dieter Gummer gesundheitlich in der Lage ist, sich persönlich von den Menschen zu verabschieden, für die er seit 2004 sein Wissen und seine Erfahrung in der Verwaltung mit unbestreitbar großem Einsatz eingebracht hat.

„Ich bin ein Anderer. Und will auch ein Anderer sein“, hatte Gummer bei seiner Vereidigung gesagt. Seiner unspektakulären, sachlichen, auf Korrektheit und Respekt bedachten Linie, mit der er vieles erreicht hat, ist Dieter Gummer stets treu geblieben. Damit hat er sich nicht immer beliebt gemacht – auch nicht bei uns Journalisten, die wegen juristischer Vorbehalte oft vertröstet wurden, bis Neuigkeiten fast keine mehr waren. Auch viele Bürger hätten sich einen schnelleren Informationsfluss gewünscht.

Jeder OB hat einen anderen Stil, und keiner wird allen Menschen gefallen. „Ich wollte authentisch bleiben“, sagte Dieter Gummer beim Gespräch mit unserer Zeitung anlässlich seines 65. Geburtstags. Das ist ihm gewiss gelungen.

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