Hockenheim

Theodor-Heuss-Realschule Plattform ermöglicht digitales Lernen – auch über die Zeiten der Corona-Krise hinaus

Statt Referaten künftig Dokumentationen

Archivartikel

Hockenheim.Wie sieht das nächste Schuljahr aus? Das fragen sich zurzeit nicht nur Schüler, Eltern oder die Lehrerkollegien. An der Theodor-Heuss-Realschule (THRS) sind die Planungen bereits im Gange – eine besondere Rolle spielt dabei die Digitalisierung und ein neuer, ganz spezieller Raum.

Gemäß der Verordnung des Kultusministeriums soll zur „neuen, alten Normalität“ zurückgekehrt werden, also Regelunterricht ohne Abstandhaltung nach normalem Stundenplan wie vor Corona, aber mit Hygieneregeln, wie Händewaschen oder einem für die einzelnen Klassen versetzten Schulbeginn. „Das ist das Standardszenario“, sagt Schulleiter Jürgen Wolf.

„Trotzdem müssen wir auf ein mögliches Aufflammen des Infektionsgeschehens vorbereitet sein, das heißt entweder eine Mischung aus Präsenz- und Fernlernphasen oder aber komplette Schulschließungen. In beiden Fällen brauchen die Schüler eine hohe Eigenverantwortung und eine gewisse digitale Kompetenz.“

Kompetenzen trainieren

Diese wollen Schulleitung samt Kollegium zum neuen Schuljahresbeginn trainieren. „Sollten die Schüler in Fernlernphasen geschickt werden, müssen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Tools, wie unseren Schulmessenger Sdui, die Moodle-Lernplattform oder verschiedene Lernapps bedienen können.“

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das Konzept der THRS nicht nur die Möglichkeit von Leihtablets für benachteiligte Schüler vor, sondern zu Beginn des Schuljahres eine Reihe an Digitaltrainings, damit die Schüler den Umgang erlernen und üben.

Daneben soll das Thema Digitalisierung grundsätzlich – auch abseits von Corona – eine ganz neue Wertigkeit erfahren. „Aktuell sind wir dabei, einen sogenannten Makerspace einzurichten, einen ‚Macherraum‘, in dem an verschiedenen Stationen, beispielsweise Green-Screen- und Stopp-Motion-Studio, Robotik, Virtual Reality oder Digital-3-D-Druck, digital und kreativ geforscht, gestaunt, gearbeitet, erschaffen und letztlich eben gelernt werden kann“, erklärt Konrektor Robin Pitsch.

Ein Lehrerteam hat sich gefunden, dass diesen Raum moderiert, administriert und den Schülern die neuen Möglichkeiten des digital unterstützten Lernens nahebringen soll. „Ziel ist es, diese digitale Differenzierung für alle Schüler in den Schulalltag einzubauen“, sagt Manuel Altenkirch, der Teammitglied im „Heuss-Lab“ genannten Makerspace ist. Neben dem unter anderem von ihm betreuten digitalen „Heuss-Lab“ sieht er in den ersten Schulwochen unter anderem auch die Schulung der Schüler im Umgang mit Endgeräten als essenziell an. Nicht nur für Corona müssten diese vorbereitet sein, sondern auch, wenn es ins „Heuss-Lab“ geht, neue Lernerfahrungen zu sammeln, sei ein Grundwissen sinnvoll.

Für die Ausstattung des Lernlabors hat sich die Schule (neben der Stadt als Schulträger) an weitere Partner gewandt, beispielsweise Stiftungen. Wolf: „Wir sind überzeugt, dass unser Digitalisierungskonzept überzeugen kann und dass es wert ist, dies zu präsentieren.“

Virtuelles Tagesschaustudio

Der Green-Screen-Bereich existiert bereits – „den haben wir innerhalb der Schule zusammengetragen“, sagt Manuel Altenkirch – einige Schüler haben ihn bereits ausprobiert. Als Tagesschausprecher könnte die eine oder der andere Schüler im virtuellen Tagesschaustudio über ein politisches Thema in Gemeinschaftskunde referieren. „Das sind kreative und motivierende Zugänge, die das Green-Screen-Studio ermöglicht: Die eigene Tagesschauproduktion – und ganz nebenher verinnerlicht man den Unterrichtsstoff“, freut sich der IT-, Deutsch- und Gemeinschaftskundelehrer.

Klar habe Corona durchaus einen katalysatorischen Effekt, dass man das Thema gewichtiger einordnet, aber „die Digitalisierung bewirkt unter anderem, dass viele Schüler, die bei uns heute auf die Schule gehen, später in Berufen arbeiten, von denen man heute noch gar nicht weiß, dass es sie geben wird. Darauf müssen wir unsere Schüler vorbereiten: Kreativ, motiviert und kritisch mit Digitalem umzugehen“, ist Schulleiter Jürgen Wolf überzeugt. rp/zg

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