Hockenheim

Rondeau live Die fünf Musiker von Mocábo bringen spanisches Flair ins Stadthallenrestaurant / Lebensgefühl des Südens

Strandbar mitten in der Stadt

Schließen Sie die Augen, träumen Sie sich weg an einen sonnigen Strand, ein kühles Getränk mit Eiswürfeln und Sonnenschirmchen in der Hand und im Hintergrund südländische Klänge, dazu eine Stimme, die über die Noten springt wie Kiesel übers Wasser – schon sind Sie mitten in einem Konzert von Mocábo. Das Quintett hat sich südlichen Rhythmen verschrieben, versteht es mit wenigen Stücken eine Atmosphäre zu schaffen, als sei man auf einem Kurzurlaub.

In der Reihe „Rondeau live“ schaffte es die Band innerhalb kürzester Zeit, aus dem Stadthallenrestaurant eine Strandbar zu machen. Sanft wogen sich die Menschen im Takt der Noten, um im nächsten Moment den fesselnden Gitarrenklängen zu erliegen, den klagenden spanischen Texten zu lauschen.

Mocábo ist eine der Bands, bei der die Summe mehr ist als der Einzelne. Fünf Musiker, die ihre Instrumente exzellent beherrschen, angefangen von Bassist Hans Grieb, in der Region durch zahlreiche Jazz-Formationen eine feste Größe, über die beiden Gitarristen Harald Wester und Burny Schwarz, Percussionist Gero Frei bis hin zu Sängerin Jutta Gückel. Sie schaffen eine einzigartige Klangwelt voller südlicher Lebensfreude.

Die meist in spanischer Sprache gesungenen Lieder strotzen nur so vor Lebensfreude, auch wenn Titel wie „La muerte“ anderes vermuten lassen. Und auch die Sterblichen, Todos Mortales, haben noch jede Menge Leben in sich.

Gitarrensoli begeistern

Ein Element der Band sind mit Sicherheit die Gitarrensoli, die im gut besuchten Rondeau immer wieder zu Beifallsstürmen hinreißen. Auch Grieb darf sich beweisen, doch am meisten verblüfft, mit welch leichter Hand dies alles dargeboten wird. Eine Meisterschaft wie aus dem Ärmel geschüttelt, zur Verständigung reichen kleine Gesten, nichts scheint diesen Klang aus einem Guss aus der Bahn werfen zu können.

Und bei Stücken wie „Gypsy Fire“, in denen sich das ganze Lebensgefühl des Südens Bahn bricht, wenn die Musiker Leine geben, dann geht die Post ab. Und über allem schwebt die Stimme von Gückel mit einer Leichtigkeit, die verblüfft. Ob sie die Glut karabischer Nächte besingt, im Klang einer Rumba aus Katalonien dahinschmilzt oder sich dem Bossa Nova hingibt – immer begleitet ein kleines, musikalisches Lächeln den Vortrag, nimmt ihm die Schwere.

Perfekte Musik für einen lauen Sommerabend, die auch an eher kühlen Nächten in der Kurpfalz ihren Reiz entfaltet, die unbändige Lust vermittelt, die Sommersachen zu packen, der Sonne entgegen zu reisen und die auf jeden Fall noch einmal dort genossen werden muss, wo sie hingehört – an das Ende eines sonnenbeschienenen Tages.

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