Hockenheim

Zehntscheune Vor einem Jahrzehnt wurde das historische Gebäude an seinen jetzigen Standort versetzt / Stadtbücherei bereichert das kulturelle Angebot der Stadt

Überraschungspakete zum Geburtstag

Archivartikel

Vor einem Jahrzehnt fand die feierliche Einweihung der Zehntscheune an ihrem neuen Standort statt. Dies bedeutete auch die Wiedereröffnung der Stadtbibliothek Hockenheim und des Tabakmuseums nach den Umzügen aus den alten Gebäuden. Zehn Jahre sind Grund genug, einen kurzen Blick zurückzuwerfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.

Viel Planung sei notwendig gewesen, um die Umsiedlung der beiden Einrichtungen reibungslos über die Bühne zu bringen. Diese sei dank tatkräftiger Hilfe vieler Beteiligter zügig durchgeführt worden, damit die Schließzeiten der beiden Einrichtungen möglichst kurz gehalten werden konnten.

Ausleiher entlasten Packer

Nachdem die Zehntscheune in den Besitz der Stadt übergegangen sei und beschlossen wurde, das alte Gebäude nahezu originalgetreu und mit neuer Funktion an dem heutigen Platz wieder zu errichten, hätten schon die ersten Arbeiten begonnen und sei die Scheune Stein für Stein am alten Standort abgetragen worden.

Der Umzug, der von den Mitarbeitern der Stadtbibliothek federführend organisiert wurde, wurde tatkräftig von Mitarbeitern des Bauhofs und auch von Lesern der Stadtbibliothek unterstützt, die zuvor fleißig ausgeliehen haben und die Leihmedien nach dem Umzug im neuen Gebäude wieder abgegeben haben. Insgesamt seien 36 000 Medien verpackt und transportiert worden. Mit dem räumlichen Domizilwechsel sei auf ein moderneres Buchungssystem umgestellt worden, das bis heute im Einsatz ist.

Auch der Umzug des Tabakmuseums sei dank der Bauhof-Mitarbeiter problemlos gelungen. Für die Ausstellung der Exponate war alles vorbereitet, im Vorfeld war die Gestaltung am neuen Standort minuziös geplant worden. Somit waren Historie und Wissen an einem Ort vereint.

Entstanden sei mit der Errichtung am neuen, jetzigen Standort ein gelungenes Ensemble aus Zehntscheune, katholischer Kirche und Festhalle. Und ganz nebenbei habe der Hockenheimer Mai eine neue Heimstätte mit dem Zehntscheunen-Platz gefunden, heißt es in der Pressemitteilung.

Heimat für den Bucht(r)ipp

Vieles Neues habe der Umzug mit sich gebracht: Der „Bucht(r)ipp“, den Rosa Grünstein und Gerhard Greiner ins Leben gerufen haben, fand den Weg in die Zehntscheune nach Stationen in Alt- und Neulußheim. Seitdem bereichert der Trip zweimal im Jahr das kulturelle Leben in Hockenheim.

Großen Andrang habe es bei der Vorstellung des Romans „Die Beschützerin des Hauses“ von Marlene Klaus gegeben. Das Erstlingswerk der Hockenheimerin spielt im Ort, teilweise sogar an der Zehntscheune. Nicht verwunderlich, dass „die Hütte voll war“ – so voll, dass eine zweite Lesung des Romans stattfinden sollte.

Schon bald sei die Stadtbibliothek mit dem Beitritt zum Metropol-Card-Bibliotheken-Rhein-Neckar digital geworden. Damit haben die Leser nunmehr mit ihrem Ausweis Zugang zu einer Vielzahl von Mitglieds-Bibliotheken. Ursprünglich seien es sechs Büchereien gewesen, mittlerweile können Medien aus über 35 Büchereien sowie der Metropolbib, dem gemeinsamen Angebot von elektronischen Medien, ausgeliehen werden.

Mit der Verfügbarkeit von E-Books, E-Magazinen, E-Paper und E-Audios steht die Bibliothek rund um die Uhr, an jedem Tag der Woche, von überall auf der Welt zur Verfügung – Internetzugang vorausgesetzt.

Auch sei die Zehntscheune mitsamt der Stadtbibliothek Schauplatz von Konzerten und Bilderausstellungen geworden und sei das Veranstaltungsangebot für Kinder erweitert worden. Vorlesen mit der Vorlesetante, Bilderbuchkino, Kamishibai und sogar Lesungen in der Salzgrotte und auch die Sommerferienaktionen erfreuen sich ungebrochen hoher Nachfrage. Zuletzt seien die Räumlichkeiten im Rahmen des Überraschungskinos zum Lichtspieltheater im Kleinformat umgewandelt worden.

Treffpunkt im Herzen der Stadt

Besonderen Anklang würden die Bibliotheksnächte finden, bei denen die Besucher die Bücherei und die Mitarbeiter einmal außerhalb des normalen Geschehens kennenlernen können. Einen festen Platz in der Bibliothek habe der jährliche „Interkulturelle Vorlesenachmittag“ der Lokalen Agenda gefunden. An diesem Tag lesen Teilnehmer Geschichten in ihrer Muttersprache für die anwesenden Kinder und Erwachsenen vor.

Die ehrwürdige Zehntscheune zeige sich an ihrem neuen Standort facettenreich als literarische Heimat im Herzen Hockenheims, kulturelle Bühne und Ort der Begegnungen, so die Stadtverwaltung. Damit trotz Corona das zehnjährige Bestehen gefeiert werden könne, hätten sich die Mitarbeiter etwas einfallen lassen und stellten Überraschungspakete zur Ausleihe bereit. So kann sich der Leser auf unkomplizierte Art und Weise auf neues literarisches Terrain begeben.

Die Überraschungspakete gibt es für die Bereiche Krimi, Regional-Krimi, Thriller, Heiteres, Historisches, Fantasy, Bilderbücher, Bücher für Kinder von sechs bis neun Jahren (sortiert nach Klassenstufen) sowie für Kinder von neun bis zwölf Jahren. Die Aktion startet ab sofort und läuft zunächst für zwei Wochen. zg

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