Hockenheim

Verein Solardrom Bei Hausmesse Werbung für die Kraft der Sonne gemacht / Neue Module und Speichermöglichkeiten vorgestellt

Unabhängig von fossilen Brennstoffen

Selbst regenerativen Strom erzeugen und damit unabhängig von fossilen Brennstoffen werden – diesen Traum lebt Michael Schöllkopf, Vorsitzender des Vereins Solardrom, schon seit mehr als 20 Jahren. Zusammen mit der Lokalen Agenda der Stadt Hockenheim lud der Verein zu einer Hausmesse ein. Corona-bedingt konnten nur 20 Anmeldungen angenommen werden, die innerhalb kürzester Zeit vergeben waren, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Angefangen hatte alles mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses der Familie Schöllkopf zu einer Zeit, als diese Anlagen sehr umfangreich gefördert wurden. Es folgte eine zweite Anlage auf einem Garagendach. Obwohl verschattet von einem großen Baum liefert bereits diese Anlage sehr viel mehr Strom, als die Familie selbst verbraucht.

Die dritte Anlage folgte eher aus der Notwendigkeit heraus, das Balkongeländer zu erneuern. Und kurzerhand verwendete der Hobby-handwerker Solarmodule. „Man mag über das Aussehen verschiedener Meinung sein. Und aufgrund der Nordausrichtung wird sich diese Anlage auf den ersten Blick niemals lohnen“, so Schöllkopf. Wenn man aber die Kosten für die nun nicht mehr notwendige Geländerverkleidung dagegen rechne, dann sähe die Rechnung ganz anders aus.

Fast zu 100 Prozent autark

Rund 3000 Kilowattstunden Strom verbrauche der Haushalt der Familie Schöllkopf, wovon 93 Prozent in Eigenproduktion hergestellt würden. Die restlichen sieben Prozent fielen in den Wintermonaten an, wenn bekanntermaßen wenig Solarstrom erzeugt wird. „Insgesamt aber produzieren wir so viel Strom, dass wir die gesamte Nachbarschaft versorgen können“, so Schöllkopf.

Wer größere Investitionen scheut, für den hält der Solardrom-Vorsitzende eine Alternative parat: Das Balkonmodul, das in Eigenregie auf dem Balkon montiert werden kann und bereits für gute 400 Euro zu haben ist.

Mit einem solchen Modul ließe sich bereits fünf bis zehn Prozent des Grundstrombedarfs decken. Mehrere Module können problemlos miteinander verbunden werden. Und dank der Unterstützung der Stadtwerke sei ein unbürokratisches Anmeldeverfahren für die Anwender in Ausarbeitung.

Für Wohnwagenbesitzer oder Mieter bietet sich ein Modul eines österreichischen Start-Ups an, das mit Klett-Verschlüssen befestigt werden kann. Kombiniert mit einem kleinen Stromspeicher kann so Strom jederzeit erzeugt und verbraucht werden. Ein Stromanschluss ist bei diesem Modell – im Gegensatz zu herkömmlichen Stromspeichern – nicht zwingend erforderlich, was das System obendrein mobil macht.

Ein weiteres Start-Up-Unternehmen aus Ungarn stellt sogar Solarfliesen her, die eine Belastung von bis zu 20 Tonnen aushalten und somit für Garageneinfahrten oder auch für öffentliche Plätze verwendet werden können.

Soziale Komponente

Schöllkopf verwies auf weitere technologischen Trends: Salzwasser- oder Redox-Flow-Speicher – anstelle von Lithium-Ionen-Akkus als Stromspeicher. Damit ließe sich der Raubbau der notwendigen Rohstoffe vermeiden, die oftmals unter schlimmsten Bedingungen abgebaut werden.

Wer eine kostenlose Beratung oder Unterstützung benötigt, für den steht Michael Schöllkopf, kontakt@solardrom.info, Telefon 06205/3 02 40 12, selbst zur Verfügung. zg

Info: Infos unter www.solardrom.info

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