Hockenheim

Richtfest Der erste Bauabschnitt steht im Rohbau / Gebäude bietet auf drei Stockwerken Raum für 27 Einzelzimmer

Verbleib im Herzen der Stadt gesichert

Angesichts des Richtfestes für den ersten Bauabschnitt des neuen Altenheims St. Elisabeth war Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg um eine Sorge ärmer. „Ich bin froh, dass sie keine Altlasten gefunden haben“ stellte er an die Besucher des Richtfests gewandt fest. Immerhin, die Stadt hätte für solche bis zu einer Summe von 300 000 Euro geradestehen müssen. Die Erleichterung teilt er mit OB Marcus Zeitler, den er entschuldigen ließ – er weilte bei einer Kreistagssitzung.

Dekan Jürgen Grabetz, der Vorsitzende des Vereins Altenheim St. Elisabeth, zeigte sich angesichts der Freude des Bürgermeisters bescheiden. Ihm würde es genügen, wenn er die Hälfte der eingesparten Mittel erhalten könne – „bevor es im Haushalt verschwindet“, stellte er unter dem Schmunzeln der Zuhörer fest.

Zügiger Bauverlauf

Was zweierlei zeigt. Zum einen war die Stimmung gut, immerhin ist der Neubau im Zeit- und Kostenrahmen, und zum anderen ist es schon eine gewaltige Aufgabe, die der Verein zu stemmen hat. Rund 17 Millionen Euro wird der Neubau kosten, der in zwei Abschnitten errichtet wird.

Ein Drittel der gesamten Maßnahme umfasst der erste Bauabschnitt, der nun vom Richtbaum gekrönt wird und der es dem Verein nach langen Verhandlungen ermöglicht, mit seinem Altenheim in der Stadt zu bleiben. Grabetz dankte allen Beteiligten, der Stadt und dem Gemeinderat, sowie allen die mit geplant und überlegt hätten, den Architekten Michael Geis und Johannes Klorer, von der ausführenden Firma Bold, seinen Vorstandskollegen Hartmut Beck und Jürgen Bukowac sowie deren Vorgängern Robert Becker und Franz Späth. Und natürlich Heimleiter Markus Hübl, „auf dem die Hauptlast ruht“.

Ist der Neubau schon eine große Belastung, so werde diese durch die Corona-Pandemie noch erschwert, dankte der Hockenheimer Pfarrer dem Heimleiter, der alle Herausforderungen mit großer Gelassenheit gut bewältigt habe.

Mit dem Neubau entstehe ein interessantes, schönes und zweckmäßiges Gebäude, dass der Verpflichtung, alten Menschen Wohnraum zu geben, gerecht werde.

Auch Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg erinnerte an die langen Verhandlungen, die nötig waren, eine Lösung zu finden, die es dem Trägerverein ermöglicht, mit der Einrichtung in der Stadtmitte, an herausragender Stelle, zu bleiben. Was natürlich sein Preis habe, zuckte der Schwabe in ihm ob der höheren Kosten zusammen, dankte er dem Verein, diese Bürde geschultert zu haben.

Nötig geworden ist der Neubau durch eine Änderung der Landesheimordnung, die nur noch Einzelzimmer gestattet. Was im bestehenden Gebäude mit seinen 39 Einzel- und 30 Doppelzimmer nicht darzustellen war, wie Markus Hübl im Gespräch ausführt. Weshalb man sich für den Neubau entschieden habe, der in zwei Bauabschnitten erfolgt.

Tagespflege wird ausgebaut

Der erste Bauabschnitt umfasst einen rund zwölf Meter hohen Flachbau, der im Erdgeschoss der Tagespflege gerecht wird, die mit ihm von zwölf auf 30 Plätze ausgebaut wird. In den drei Obergeschossen bietet sich Raum für 27 Zimmer, neun pro Etage. Bis Ende 2021 soll der Bau bezugsfertig sein.

Dann beginnt für die Bewohner des Bestandsgebäudes der Umzug. Reicht der Platz nicht aus, mietet der Verein das freiwerdende Gebäude der Pflegeeinrichtung Offenloch in der Rathausstraße an, die bis dorthin ins Biblis umgesiedelt ist. Der Altbau wird dann abgerissen und durch den im zweiten Bauabschnitt beginnenden Neubau ersetzt, der Raum für weitere 72 Zimmer bietet und obendrein Platz für Verwaltung, Küche, Wäscherei und andere Dienstleistungseinrichtungen schafft.

Bis Ende 2024 hofft Hübl die gesamte Maßnahme abgeschlossen zu haben. Dann werden auf dem Grundstück an der Karlsruher Straße gut 17 Millionen Euro verbaut sein, komplett finanziert vom Trägerverein, wie Hübl nicht ohne Stolz anmerkt. Doch bis dahin ist es noch eine weite Wegstrecke, aktuell gebührte das Schlusswort dem Polier, der dem Bau in luftiger Höhe seinen Richtspruch widmete.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional