Hockenheim

Fernsehauftritt Die Hockenheimer Gesangsaktivisten Petra und Roland Wolff berichten über ihre Erfahrungen in der SWR-Sendung „Quiz-Helden“ / Geld für Vereinskasse

Von der Bühne des AGV ins Fernsehstudio

Hockenheim.Wüssten Sie spontan, wo Karl Marx begraben liegt oder welcher Nebentätigkeit Oliver Kahn nachgeht? Wer ein „Quiz-Held“ werden will, kommt an solchem Wissen nicht vorbei. Diese Erfahrung haben Roland und Petra Wolff gemacht, als sie bei der gleichnamigen Sendung des SWR als Kandidaten angetreten sind. Die beiden Hockenheimer sind morgen um 17.15 Uhr im Fernsehen zu erleben. Wir haben sie gefragt, wie sie zu dem Auftritt kamen und welche Erfahrungen sie dabei machten.

Dass sie die Chance bekamen, sich als Kandidaten zu bewerben, haben die Wolffs ihrem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. Der SWR sucht regelmäßig bei Vereinen und Verbänden nach Bewerbern für seine Shows. Als einer der Motoren des Tischtennisclubs landete ein solcher Aufruf auch auf Harald Wolffs Schreibtisch.

Wenige Vereine zeigen Interesse

Weil der Verein immer eine Aufbesserung seiner Kasse gebrauchen kann, zog der auch beim AGV Belcanto engagierte 58-Jährige eine Teilnahme in Erwägung. Von 260 angeschriebenen Verein hätten nur drei reagiert, wundert sich Wolff. Es stellte sich heraus, dass den Fernsehleuten ein Ehepaar oder zwei Frauen („Die haben immer Frauenmangel, sagen sie“) lieber wäre als eine Mannschaft aus Zelluloidballkünstlern. „Also musste ich meine Frau überreden, dass sie mitkommt“, sagt der agile Vorruheständler augenzwinkernd.

Bei Telefonat wie im TV verhalten

Nachdem diese Hürde genommen war, folgte als erster Schritt ein Telefoninterview, das eine vom SWR beauftragte Agentur durchführte. „Die wollen rauskriegen, ob man einigermaßen normal ist, sich benehmen kann und welche Ausdrücke man verwendet“, erläutert Wolff. Natürlich wird auch das Allgemeinwissen getestet und abgeklopft, wie fernsehtauglich die Aspiranten sind.

„Man soll sich schon beim Telefonat so verhalten, als sei man im Fernsehen. Da kommt es beispielsweise darauf an, dass man nicht zu viele ,Ähs oder Pausen einbaut.“ Außerdem wurden Petra und Harald Wolff bei separaten Gesprächen nach ihrem Sozialleben gefragt und sollten angeben, wofür sie ihr gewonnenes Geld einsetzen würden.

Dabei haben sie sich so überzeugend präsentiert, dass sie im Januar zum Castingtermin nach Viernheim eingeladen wurden. Dort wurden sie zu ihren Biografien interviewt, und es wurden Fernsehaufnahmen gemacht, in denen die Quizsendung nachgestellt wurde. Hier kamen Kenntnisse über den Südwesten ebenso auf den Prüfstand wie etwa die optische Intelligenz bei einem Bilderrätsel à la „Dalli-Klick“.

Nicht in die Kamera schauen

Das seit 32 Jahren verheiratete Paar wurde instruiert, nicht in die Kamera zu schauen, Freude über richtige Antworten zu zeigen „und seine Frau nicht zu schlagen“, schmunzelt Harald Wolff, nachdem er seiner Petra einen zarten Schubs für eine verhauene Antwort gegeben hatte und prompt getadelt wurde. „Wie man sitzen, wie man lächeln soll“ – die für den AGV vielseitig auf und hinter der Bühne Aktiven erhielten viele Tipps – und machten wohl alles richtig.

Denn der SWR, der die Auswertung des Castings erhalten hatte, wählte die Wolffs als Kandidaten aus und lud sie zur Aufzeichnung der Sendung Ende März ein. Dafür durften sie Freunde mitbringen und nahmen die ebenfalls bühnenerfahrenen Annette und Klaus Schweiger sowie Karl-Heinz Baust mit nach Baden-Baden. Hier kamen neue Erkenntnisse auf sie zu, was die Garderobe angeht: Sie darf keinerlei Werbung oder Markenembleme enthalten, nicht kleinkariert oder schwarz sein. „Wir hatten bestimmt jeder fünf verschiedene Kombinationen dabei“, erinnert sich Petra Wolff.

Im Studio wurde zunächst ohne Moderator Jens Hübschen „trainiert“, die Kandidaten machten sich mit Buzzer und der Eingabe der Antworten vertraut, wurden darauf eingeschworen, dass es besser ist, erstmal spontan eine Antwort auszuwählen, als zu riskieren, dass die Zeit vor lauter Überlegen abgelaufen ist. Wobei sie die „Quiz-Helden“ ebenso wie andere Sendungen schon vorher gut kannten. „Und vor dem Auftritt gab’s ein Glas Sekt gegen die Aufregung“, berichtet Petra Wolff.

Voll im Konzentrationstunnel

Zur Auflockerung fragte Jens Hübschen, der von seiner Redaktion umfassend über die Aktivitäten der Wolffs in Sachen Tischtennis, Gesang und Musical informiert worden war, zunächst etwas über die Heimat der Kandidaten – „aber ich war so im Konzentrationstunnel drin, dass ich erstmal gar nicht geantwortet habe“, erinnert sich Harald Wolff schmunzelnd.

Wie sich das Ehepaar beim Quiz geschlagen hat, soll hier natürlich nicht verraten werden. Aber so viel gibt Harald Wolff schon mal preis: Er könnte sich vorstellen, auch bei einem anderen Format anzutreten . . .

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