Hockenheim

Grüne Ortsverband verabschiedet Michael Behr aus aktiver Gemeinderatsarbeit / Kreisverband Kurpfalz-Hardt 2019 um fast ein Drittel größer / Oliver Grein 200. Mitglied

Während die Partei stetig wächst, lehnt er sich zurück

Archivartikel

Seit Monaten freuen sich die Grünen über einen rasanten Mitgliederzuwachs – auch im Kreisverband Kurpfalz-Hardt, wo mit dem Hockenheimer Oliver Grein das 200. Mitglied begrüßt wurde. Verabschiedet aus der ersten Reihe der Hockenheimer Kommunalpolitik wurde nach 20 Jahren intensiver Stadtratstätigkeit Michael Behr. In einer gemeinsamen Sitzung von Ortsverband und Fraktion wurde Behr in persönlicher Form gebührend verabschiedet.

1983 fand der Schwabe Michael Behr in Hockenheim seine zweite Heimat und knüpfte schnell Kontakte mit den Einheimischen. Bei seiner Verabschiedung erinnerte sich: Noch im gleichen Jahr schloss er sich einer Initiative friedensbewegter Hockenheimer Bürger an, die regelmäßig vor den örtlichen Kirchen Mahnwachen „Schweigen für den Frieden“ gegen die drohende atomare Aufrüstung abhielt.

„Auf ihn war Verlass“

Mitglied der Grünen wurde Behr 1987 und stellte sich bis 2014 bei Kommunalwahlen als Kandidat zur Verfügung – ab 1999 mit dem Erfolg eines Mandats. Ob die Teilnahme am Kinderferienprogramm, der „Tour de Hoggene“, Infoständen, an Veranstaltungen des Ortsverbands und an über 250 Fraktionssitzungen – auf ihn war Verlass, blickte Adolf Härdle im Namen des Ortsverbands zurück. Auch als dessen Sprecher habe sich Michael Behr darum bemüht, das Interesse der Bürger für politisches Engagement zu wecken.

So war es nicht verwunderlich, dass er, der inzwischen in der Rennstadt integrierte Schwabe bei der Kommunalwahl 1999 als Stadtrat für die Grünen in das Kommunalparlament einzog und diesem dann für über 20 Jahre angehörte.

„Michael, du gehörst zu der Generation von Gemeinderäten, die in schwierigen Zeiten verlässlich und nachhaltig die grünen Inhalte hochgehalten und die Grünen zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Es war eine gute Zeit“, stellte Adolf Härdle nach über 37 Jahren guter und freundschaftlicher Zusammenarbeit fest. Härdle bedankte sich namens der Fraktion und des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen beim Ausscheidenden.

Als regelmäßiger Besucher der Veranstaltungen im Pumpwerk lag es nahe, ihm neben persönlichen Präsenten einen Gutschein für Veranstaltungen der bekannten Kultur- und Jugendeinrichtung zu überreichen. Behr versicherte, dass er weiter die Arbeit der Hockenheimer Grünen interessiert begleiten und in der Gruppe „FahrRad“ der Lokalen Agenda 21 sich für die Verbesserung der Radwege aktiv einsetzen wird.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreisvorstand das 200. Mitglied im Kreisverband Kurpfalz-Hardt feierlich aufgenommen. Die beiden Vorsitzenden, Sigrid Schüller aus Plankstadt und Dr. Andre Baumann aus Schwetzingen, begrüßten Oliver Grein (Bild) aus Hockenheim im Verband.

„Wir Grüne freuen uns seit vielen Wochen und Monaten über einen rasanten Mitgliederzuwachs – bundesweit, landesweit und auch bei uns in der Kurpfalz“, sagt Schüller (Bild). In Baden-Württemberg sei im vergangenen Jahr die Mitgliederzahl um 2500 auf 13 400 angewachsen. Im Kreisverband sei im selben Zeitraum die Mitgliederzahl von 152 auf nun 200 angestiegen.

„Im Gegensatz zu CDU und SPD mit sinkenden Mitgliederzahlen wachsen wir Grüne – natürlich nachhaltig“, sagte Schüller (Bild). „Wir zeigen in Baden-Württemberg in der Landes- und Kommunalpolitik, dass wir eine gute Politik machen und für die Zukunft passende Rezepte haben. Ich freue mich, dass sich dies sowohl in Wahlergebnissen als auch in den Mitgliederzahlen niederschlägt“, unterstrich Baumann. „Grün macht eben den Unterschied.“

Als Parteiloser auf vorderem Platz

„Oliver Grein steht beispielhaft für unsere Partei, in der jede und jeder mitmachen kann“, erklärte Larissa Rotter vom Ortsverband Hockenheim, die mit Grein für die Grünen im Gemeinderat sitzt. Angesprochen, warum er Mitglied geworden sei, teilte Grein mit, dass ihn begeistert habe, dass er als Parteiloser auch auf vorderen Plätzen bei der Kommunalwahl kandidieren und sich als Bürger habe aktiv einbringen können. „Den letzten Ausschlag für den Eintritt hat die grüne Vorsitzende Annalena Baerbock gegeben, die in einer Talkshow sehr überzeugend war“, erinnerte sich Grein. ah/ab

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