Hockenheim

Heuss-Realschule SPD tauscht sich mit Rektor und Konrektor aus

„Was hält uns ab, vom Schüler her zu denken?“

Archivartikel

Hockenheims Schullandschaft ist seit einigen Jahren schwer in Bewegung. In welche Richtung und auf welche Weise ist immer noch offen. Nach dem Verlust einer gut funktionierenden Hauptschule, dem Scheitern einer Ganztagsgrundschule und dem Abwandern einer Gemeinschaftsschule in die Region nach Reilingen, Ketsch oder Oberhausen entstand in Hockenheim ein Vakuum, wie es in einer Pressemitteilung der SPD heißt.

Vielen Familien fehlt nun diese gute Schule. Ihre Kinder haben in Hockenheim jetzt nur noch die Wahl zwischen Gymnasium oder Realschule, wo für sie nicht immer ausreichende Fördermöglichkeiten gegeben sind. Auch der Bau einer neuen Grundschule, der nach Angaben der SPD leider wenig zukunftsweisend ohne Ganztagesperspektive ist, und die Sanierung der Schule am Kraichbach kann nicht das Ende der Schulentwicklung in Hockenheim sein. Schadstoffbelastung und die notwendige Weiterentwicklung der Schularten, vor allem der Realschule, sind weitere Aufgaben für die Stadt.

Um die Möglichkeiten und Ideen einer zukunftsfähigen echten Weiterentwicklung der Theodor-Heuss-Realschule (THRS) zu besprechen, traf sich die SPD Fraktion – Marina Nottbohm, Ingrid Trümbach-Zofka, Willi Keller und Richard Zwick – mit dem Schulleiter Jürgen Wolf und dem Konrektor Robin Pitsch. Dabei wurden auch die Hygienevorschriften eingehalten, wie es in der Mitteilung heißt.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass die Weiterentwicklung der Schulen in einem städtebaulichen Rahmen betrachtet werden muss. Welche Standortalternativen könnten bedacht werden? Ist ein Neubau im Schulzentrum anstelle der beiden abzureißenden Riegel eins zu eins ausreichend? Eine neue Realschule muss so konzipiert werden, dass sie moderne Raumkonzepte für Unterricht, Fördermaßnahmen, Differenzierung und Bewegungsräume bietet.

Es gibt wohl keine vergleichbare Kreisstadt, die keine oder kaum Sport- und Spielflächen an der Schule verfügt. Die Harbighalle ist total ausgelastet, Klassen der THRS müssen sogar noch die Hubäckerhalle, Stadthalle und weitere Möglichkeiten in der Stadt nutzen. Beim Bau einer neuen Realschule sollte auch die Perspektive für mögliche Erweiterungen wie Ganztagsschule, steigende Schülerzahlen und vermehrter Raumbedarf durch Digitalisierung, Förderung und Inklusion bedacht werden. Dann wäre die Weiterentwicklung ohne „Denkverbote“ ein wichtiger Schritt den Schulstandort Hockenheim wieder aufzuwerten und auch für Neubürger attraktiv zu gestalten, heißt es weiter.

Nicht Spardenken zum Opfer fallen

Wie wäre es, auf der freiwerdenden Fläche eine Sportstätte mit Sporthalle entstehen zu lassen? Was hält uns davon ab, Bildung ernst zu nehmen, vom Schüler her zu denken und weniger in Sonntagsreden über die Bedeutung unserer Kinder für die Zukunft zu reden, fragt sich die SPD.

In Hockenheim sollte eine Schule geplant werden, die einige Jahrzehnte mitwachsen kann und nicht vom vornherein dem Spardenken zum Opfer fällt. Es braucht politischen Mut, der weiter als in Fünf-Jahresschritten denkt und sich nicht von Containerlösungen ausbremsen lässt, betonen die Vertreter. Die Mitglieder der SPD-Fraktion sind sich sicher, dass das Areal des Schulzentrums gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wichtig sei nun, kreative Ideen und Sachverstand zu verbinden, heißt es abschließend. zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional