Hockenheim

Haus & Grund Eigentlich ist die Kommune dafür zuständig

Wer muss das Laub wegfegen?

Archivartikel

Der Herbst kann für Grundstückseigentümer zu einer Haftungsfalle werden, denn nasses Laub auf dem Gehweg ist immer eine rutschige Gefahr für Fußgänger. Wer es zusammenkehren muss, lässt sich unterschiedlich regeln, wie die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund für die Region Schwetzingen-Hockenheim mitteilt.

Grundsätzlich muss die Kommune die Bürgersteige vom Laub befreien. Sie überträgt in der Regel aber die sogenannte Verkehrssicherungspflicht auf die Hausbesitzer. Vor ihrem Grundstück sind dann die Eigentümer dafür verantwortlich, Rutschpartien zu vermeiden. Es gelten dieselben Regeln wie bei der winterlichen Räum- und Streupflicht.

Bei Vermietung können die Eigentümer ihrerseits die Pflicht auf die Mieter übertragen. Es muss aber wirksam im Mietvertrag geregelt sein. Die regelmäßige und ordnungsgemäße Reinigung zu kontrollieren, bleibt Haus & Grund zufolge aber die Pflicht des Eigentümers. In Wohnanlagen mit Eigentumswohnungen sind alle Eigentümer gemeinsam in der Pflicht, das Laubkehren zu regeln. Hausbesitzer oder Mieter dürfen beim Zusammenkehren Straßenrinnen und Gullys nicht verstopfen, so Haus & Grund.

Je nach Laubmenge

Wie oft der Besen geschwungen werden muss, folgt keiner klaren Regel. Fällt viel Laub, muss der Verantwortliche häufiger kehren. Der Rechtssprechung zufolge ist es ihm aber nicht zumutbar, den ganzen Tag über immer wieder zu kehren. Nicht jeder Unfall auf rutschigem Laub zieht Schadenersatzansprüche nach sich. Mitverschulden kann eine Rolle spielen. Im Streitfall prüfen Richter, ob der Fußgänger den Unfall hätte vermeiden können, wenn er aufmerksamer gewesen wäre.

Auch unter Nachbarn kann der Laubfall für Ärger sorgen. Ein Eigentümer muss den Laubfall von Bäumen aus Nachbars Garten hinnehmen. Dies gilt dann, wenn das Grundstück in einer Gegend liegt, in der Gärten mit Laubbäumen häufig vorkommen. Ein betroffener Nachbar, der erhebliche Kosten für die Reinigung von Fassaden und Dachrinnen aufwenden muss, kann nur in Ausnahmefällen Kosten erstattet bekommen, so Haus & Grund. zg

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