Hockenheim

Einsatzkräfte Bilanz fällt insgesamt zufriedenstellend aus

Wespen und ein alter Bus

Archivartikel

Während drinnen im Motodrom ein Höhepunkt den anderen jagte und den Blutdruck der Fans steigen ließ, ging es wenige Meter weiter im Lagezentrum der Einsatzkräfte relativ entspannt und routiniert zu. Der Rennsonntag hatte bislang weder die Polizei, noch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) besondere Herausforderungen zu meistern. „Glück war, dass das Gewitter an uns vorbeigezogen ist“, meinte Polizeisprecher Dieter Klumpp.

Das hatte auch Daniel Köbele überrascht. Der Meteorologe ist seit 2016 im Auftrag der Stadt Hockenheim vor Ort und analysiert die Wetterlage ziemlich punktgenau, vor allem für die Sicherheitskräfte. Am Samstagabend hatte er eigentlich schon mit einem Gewitter gerechnet. „Doch da hatte die Fanmeile Glück, alles ist vorbeigezogen“, sagte er. Während es hinter der Südtribüne völlig trocken blieb, habe es aber wenige hundert Meter an der Spitzkehre richtig geschüttet. So blieb es bei den Regenfällen am Sonntag, die sich aber im Vergleich zu manchem Vorjahr in Grenzen hielten – und für das Rennen sogar außergewöhnliche Spannung brachten.

Hitze beschäftigt Sanitäter

Die angenehmeren Temperaturen am Samstag und Sonntag waren vorteilhaft, nicht nur für den Kreislauf der Rennbesucher, sondern in Konsequenz auch für den Arbeitsaufwand der Sanitäter. Am heißen Freitag sei dies allerdings anders gewesen. „Da hatten wir im Vergleich deutlich mehr zu tun“, berichtete DRK-Kreisbereitschaftsleiter Michael Höhne. 40 Versorgungen waren zu leisten, elf Patienten mussten in die Klinik gebracht werden – allesamt wegen der Hitze. So stockte das Rote Kreuz kurzfristig sogar sein Personal auf. Insgesamt seien rund 300 Kräfte im Einsatz gewesen, zum überwiegenden Teil Ehrenamtliche.

Die Feuerwehr hatte ihren Großeinsatz am frühen Samstag, als ein Übertragungswagen fast völlig ausbrannte. „Das werden sich unsere Kriminaltechniker am Montag noch einmal ansehen“, konnte Dieter Klumpp nichts zur genauen Ursache sagen. Diebstahlsdelikte gab es auch wenige, ein vor dem Zelt liegengelassener Geldbeutel war halt am nächsten Morgen nicht mehr da. Aber Fälle von sogenannten „Zeltschlitzern“ habe es diesmal nicht gegeben.

Bleibt das Thema Verkehr: Hier gab es die beiden „spektakulärsten“ Fälle: So fanden Beamte, als sie wegen der besseren Regulierung eine Ampel Richtung Autobahn ausschalten wollten, ein Wespennest im Schaltkasten der Signalanlage vor. Doch es fand sich eine Lösung: „Ein Kollege ist Hobbyimker und hat seinen Schutzanzug zur Verfügung gestellt“, berichtete Dieter Klumpp.

Diesel nicht gesichert

Und dann war da noch der 40 Jahre alte Shuttle-Bus, der auf eine Streife nicht den verkehrstauglichsten Eindruck machte. Als sie feststellten, dass er im Kofferraum auch noch eine Menge Diesel in einem ungesicherten Plastikkanister spazieren fuhr, war die Fahrt schnell beendet.

Schnell ging es auf den Straßen um den Hockenheimring an den Renntagen zwar nicht unbedingt zu. Am Samstag habe es kleine Stauungen gegeben, am Sonntag ebenso, was auch dem generell dichten Verkehr wegen des Ferienbeginns geschuldet gewesen sei. Da war auf der Formel-1-Strecke deutlich mehr los.

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