Hockenheim

Obst- und Gartenbauverein Hitzeperiode, Trockenheit und Insekten beeinträchtigen Ernte / Nach personellem Engpass konsolidiert

Wespenstiche schaden Äpfeln

Archivartikel

Wenn Rudi Mergenthaler die Apfelbäume im Vereinsgarten des OGV inspiziert, kommt nicht immer Freude auf. Viele Äpfel haben Flecken sowie kleinere und größere Löcher. „Das kommt von den Wespen“, weiß der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins gegenüber unserer Zeitung bei einer Stippvisite vor Ort zu berichten. Und wenn die Wespen ein kleines Loch geschaffen hätten, dann rückten oft Ameisen nach und arbeiten weiter. Die Folge: Der Apfel fault.

In diesem Jahr sind besonders viele Äpfel von Insektenbefall betroffen, bringt der „Motor des OGV“ zum Ausdruck und ergänzt: „Die Schäden durch Vögel sind dagegen minimal.“ In diesem Jahr sei aufgrund der Witterung „alles zu trocken“, betont Mergenthaler. Viel Obst sei vorzeitig abgefallen. Normalerweise bleiben Äpfel bis zur Ernte am Baum hängen, so der Experte.

Im gepflegten Vereinsgarten des rührigen OGV stehen insgesamt 84 Obstbäume. „Wir haben 33 verschiedene Apfelsorten. Dazu kommen Birnen, Zwetschgen, Kirschen und Pfirsische“, erzählt Mergenthaler stolz.

Der OGV hat zwar eine Pumpe auf dem Gelände. „Das Wässern hat aber während der langen Trockenheit bei großer Hitze nicht so viel gebracht“, blickt der Vorsitzende auf die vergangenen Wochen zurück. Sonnenbrand bei den Äpfeln beispielsweise sei nicht so ausgeprägt gewesen wie angesichts des Wetters eigentlich erwartet, meint Mergenthaler. Durch die Hitze sei der Apfel außen schneller reif gewesen wie das Fruchtfleisch im Innern.

Ein rühriger Vorsitzender

Rudi Mergenthaler ist seit 1963 beim Obst- und Gartenbauverein aktiv mit dabei. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Vereins und musste vor drei Jahren eine schwere Krise erleben. Der OGV stand aufgrund von Überalterung und Mangel an Aktiven am Abgrund. Diese Situation hat sich geändert, die Lage des Vereins wieder stabilisiert. Neue, vor allem auch jüngere Mitglieder haben sich dem Verein angeschlossen. Frisches Blut sei aber natürlich auch weiterhin willkommen, bemerkt der Vorsitzende.

Der Verein hat 220 Mitglieder, knapp ein Dutzend bringt sich aktiv mit ein, entweder im Garten oder im Vorstand. Sonst passive Mitglieder helfen jedoch beim jährlichen Gartenfest tatkräftig mit, ist Rudi Mergenthaler froh. Der inzwischen 79 Jahre alte Vorsitzende ist regelmäßig im Vereinsgarten anzutreffen, hat aber auch eine Doppelbelastung. Schließlich gibt es in seinem privaten Garten am Wohnhaus auch viel zu tun. Rudi Mergenthalers Arbeit beschränkt sich bei Weitem nicht auf die Vereinsführung. Er packt im Vereinsgarten an vorderster Stelle an und sagt den helfenden Mitgliedern schon mal, was zu tun ist. Mergenthaler ist froh über deren Engagement: „Wenn ich sie bei schweren Arbeiten brauche und anrufe, dann sind sie auch da.“

Arbeit geht nicht aus

Die Arbeit geht im Vereinsgarten nicht aus. Jetzt werden die Äpfel geerntet und verkauft. Dann muss das zwölf Ar große Gelände von Laub gesäubert und „eingewintert“ werden. Das Areal ist nicht nur Treffpunkt für Vereinsmitglieder und die Bevölkerung beim Fest im Sommer.

Der Obst- und Gartenbauverein bietet regelmäßig Schnittkurse an (Februar und August) und hat Anschauungsangebote für Schulen sowie die Lokale Agenda parat. So kommen im Spätsommer regelmäßig Kinder zum Apfelsaftpressen in den Vereinsgarten.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional