Hockenheim

Pumpwerk Hogweed feiern ein viel umjubeltes Comeback

Wie ein großes Klassentreffen

Es war wie ein großes Klassentreffen. Die meisten im Pumpwerk-Saal kannten Hogweed von früher. Viele kamen sogar von weit her, aus dem Schwarzwald, aus Holland oder aus Berlin, um das Comeback der Progressive-Rock-Band nach 30 Jahren mitzuerleben. Und einigen im Publikum ging es so wie der Band: Sie hatten sich ewig nicht gesehen.

So wurde es ein emotionaler Abend - vor allem für die Musiker. Denn auch ihre Familien hatten Hogweed größtenteils noch nicht erlebt. Fünf intensive Probenwochenenden (und zahlreiche Stunden individueller Arbeit) hatte es gebraucht, bis das zum Teil nur noch bruchstückhaft im Kopf präsente Repertoire von damals wieder aufgearbeitet war - und wie.

"Besser als früher", schmunzelte ein Konzertbesucher, was auch an der besseren Technik liegt. Ansonsten sind die Musiker zwar älter geworden, aber ihren Habitus auf der Bühne haben sie kaum verändert. So ist Michael Klein immer noch der charismatische Sänger, der damals wie heute an "Fish" von Marillion erinnert.

Oder Keyboarder Michael Busch - inzwischen ein international beachteter Filmregisseur. Er agiert an den Tasten nach wie vor wie eine springlebendige Mischung aus Catweazle und Mozart. Bruder Matthias hat sein Hobby Querflöte zum Beruf gemacht, was man beeindruckt registriert. Für den 30 Jahre pausierenden Saxofonisten Thomas "Elch" Ehrhardt hingegen war die Reunion eine echte Herausforderung, die er stolz bewältigt hat. Die gewohnt unaufgeregte, souveräne Rhythmusfraktion um Bassist Andreas Bofinger bot eine Überraschung: Erstmals agierte die Band mit zwei Schlagzeugern - Pit Goss und Joachim "Flocki" Weber - beide Hogweed-Drummer zu unterschiedlichen Zeiten - harmonierten perfekt , nicht nur beim gemeinsamen Solo.

Und so kamen beim Publikum bei Songs wie "Bolero", "Tin Soldier", "How Could I Be Wrong", "The Poet" oder dem 22-Minuten-Stück "Waking up" Erinnerungen an alte Zeiten auf - etwa an die Auftritte im Schwetzinger Jugendhaus, wo Hogweed damals den Probenraum gebaut - mit finanzieller Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Gerhard Stratthaus.

Und so endete das über zweieinhalbstündige "Klassentreffen" mit lang anahaltendem Applaus und der Hoffnung, dass es vielleicht im nächsten Jahr eine Wiederholung gibt. ali

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