Hockenheim

Klasse Kids Viertklässler der Pestalozzischule stellen viele spannende Fragen / Im Unterricht haben sie schon einiges dazugelernt

Wie Geschichten in die Zeitung kommen

Wie wird eigentlich eine Zeitung gemacht? Und woher wissen wir Zeitungsleute immer, wo etwas passiert? Diese – und noch mehr – spannende Fragen hatten sich die Viertklässler der Pestalozzi-Grundschule gestellt. Ihre Klassenlehrerinnen Yvette Weber, Vera Mercan und Sandra Thimm wissen, dass man mit solchen Fragen am besten zum Ursprung geht und hatten sich für unser Projekt „Klasse Kids“ angemeldet. Zwei Wochen lang bekommen Schulklassen dabei die Hockenheimer Tageszeitung geliefert und können sie im Unterricht (und auch daheim) erforschen.

Einigen ist dabei schon aufgefallen, dass unsere Zeitung in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt ist. Warum der Sport so unwichtig ist, dass wir ihn immer ans Ende packen, wollen sie wissen. Das ist so natürlich nicht ganz richtig. Zwar stimmt es, dass der Sport immer im letzten Buch zu finden ist (so nennt der Zeitungsmensch die einzelnen Bestandteile), aber unwichtig ist er deshalb nicht. Die Reihenfolge der Seiten dient in erster Linie der Orientierung – Politik ganz vorne, dann die Wirtschaft und das Lokale, Sport am Schluss. Wen am Morgen in erster Linie die Fußballergebnisse interessieren, der kommt so ohne Probleme gleich an Informationen. Bekräftigendes Kopfnicken bei den Jungs.

„Seit wann gibt es die Zeitung schon?“, will Nele wissen. Wie ein Blick auf die Titelseite verrät, befinden wir uns im Jahrgang 125 – also seit 1893.

„Und woher wissen sie immer die Dinge, über die Sie schreiben?“, fragt sie weiter. Da gibt es natürlich verschiedene Wege. Als Journalist spricht man mit vielen verschiedenen Leuten und erfährt so immer wieder interessante Geschichten. Auf andere Dinge weisen uns Leser hin, die in der Redaktion anrufen oder uns eine E-Mail schreiben. Von Verbrechen erfahren wir meistens aus dem Polizeibericht. Die richtige Arbeit beginnt im Nachhinein, wenn es darum geht, Informationen zu überprüfen, Details zu recherchieren oder Augenzeugen aufzuspüren. Hier ist das Telefon unser bester Partner.

Maik stellt eine Frage, die uns immer etwas unangenehm ist – aber das sind ja meistens die Spannendsten: „Was passiert, wenn ihr einen Fehler findet?“ Fehler finden wir hoffentlich früh genug. Obwohl wir uns beim Schreiben Mühe geben und auch eine Korrektur am Abend nochmals auf Fehlersuche geht, kann es passieren, dass etwas übersehen wird. Bei gröberen Schnitzern, wenn beispielsweise ein Datum falsch angegeben oder eine Person falsch benannt wird, drucken wir am nächsten Tag eine Korrektur und entschuldigen uns.

Taschenlampe schadet nicht

Und wenn wir den Fehler erst nach dem Druck bemerken? Dann ist es leider schon zu spät. Gedruckt wird unsere Zeitung bei der Großdruckerei des Mannheimer Morgens in der Quadratestadt.

Berechtigterweise fragen sich die Schüler, wie die Zeitungen von dort in den Briefkasten kommen – holt die Post sie in Mannheim ab? Nein. Die rund 15 000 Zeitungen am Tag werden von unseren eigenen Austrägern verteilt. Wenn die Zeitungen gegen 1 Uhr fertig sind, werden sie in Pakete gebündelt und zu den Verteilstellen gebracht. Dort holen die Austräger sie dann ab und verteilen sie auf ihren Routen – eine Arbeit, bei der eine Taschenlampe sehr nützlich sein kann.

„Wie kommt die Zeitung denn an die vielen Bilder?“, will Vasili wissen. Die verschiedenen Fotos aus der ganzen Welt stellt eine Agentur zur Verfügung, bei der die Zeitung ihre Bilder kauft. Im Lokalen ist das nicht so, erkennt auch Vasili und hakt nach. Dafür beschäftigen wir Fotografen, die für uns Bilder machen. Einige unserer freien Mitarbeiter schießen auch selbst welche und liefern sie mit ihrem Text ab. Wenn ein Verein von seinen Veranstaltungen berichtet, schickt auch der Pressewart oft ein Bild zu uns. Wie man weiß, was man zu diesem Bild schreiben soll? Ganz einfach: Wenn kein Text mitgeschickt wurde, kann wieder der Griff zum Telefon Abhilfe schaffen. Unterscheiden lässt sich das eigentlich ganz einfach mit einem Blick ans Ende des Artikels: Die Kürzel, beispielsweise „sb“, verraten den Autoren. Steht „zg“ darunter, wurde der Text zugeliefert.

Mit dem Glockenleuten senken sich die Hände. Bei allem Wissenshunger ist die Lust aufs Mittagessen dennoch nicht zu verleugnen.

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