Hockenheim

Arche Weltladen Einrichtung beteiligt sich an einer Handy-Sammelaktion / Udo Fahlbusch gedankt, der die meisten Mobiltelefone zum Erfolg beisteuert

Wiederverwertung ist nachhaltiger als Entsorgung

Archivartikel

Handys und Smartphones sind heutzutage ständige Begleiter. Doch haben sie, genau wie andere elektronische Geräte, keine sehr lange Lebensdauer. Das Gerät geht kaputt, entspricht nicht mehr den Bedürfnissen oder wird wegen einer Neuanschaffung beiseitegelegt. Aber was geschieht dann mit den ausrangierten Mobiltelefonen? Entsorgen oder aufheben? Kommen sie die Mülltonne oder doch zum Schrotthändler?

Diese Ungewissheit plagte auch den 73-jährigen Udo Fahlbusch aus Hockenheim. Er und seine Frau sammeln seit Jahren die vermeintlichen Schätze im Keller, bis er von einer Handysammelaktion des Arche-Weltladens in Hockenheim gelesen hat. „Ich finde, dass das eine tolle Aktion ist. Viele Kinder in armen Ländern, gefährden ihr Leben und ihre Gesundheit, nur um an die Rohstoffe für die Handys ranzukommen. Hier in Deutschland werden alte Geräte oft illegal entsorgt.“

Für das Thema sensibilisieren

Diese Problematik hat der vom Verein „Ökonomischer Arbeitskreis 3. Welt“ getragene Arche-Weltladen zum Anlass genommen, im Rahmen der Nachhaltigkeitstage 2018 an einer Handysammelaktion teilzunehmen. (wir berichteten). „Viele Produkte können durch Recycling nochmals in den Warenkreislauf gebracht werden. Wir wollen die Leute für das Thema sensibilisieren. Wie oft ein neues Handy angeschafft wird, ist natürlich jedem selbst überlassen. Das richtet sich ja auch nach dem persönlichen Bedarf. Die Aktion wurde sehr gut angenommen und ich glaube, wir haben es zumindest geschafft, dass über die fachgerechte Entsorgung von elektronischen Geräten nachgedacht wird.“ Erzählt Anne-Natascha Pfisterer, zweite Vorsitzende des Vereins und Mitarbeiterin im Laden zur Intention der Aktion.

Die Handys wurden in den dafür vorgesehenen Kisten gesammelt und anschließend an die Telekom geschickt. Dieser Anbieter wurde ausgewählt, da er Mitglied des „Dachverbandes Entwicklungspolitik Baden-Württemberg“ ist. So wird die lokale Komponente des Arche-Weltladens berücksichtigt. Der Zuspruch der Bevölkerung ist sogar so groß, dass die drei bestellten Sammelboxen nicht ausgereichen. „Ich musste noch zwei Behälter nachbestellen, weil mehr Handys da waren, als gedacht. Insgesamt kamen etwa 150 Mobiltelefone zusammen“, schildert Pfisterer.

Demjenigen, der die meisten Exemplare abgegeben hatte, wurde am Samstag mit einem kleinen Geschenk gedankt. „Dass ich mit meinen zehn Handy der glückliche Gewinner dieses Geschenkkorbs bin, hätte ich nicht gedacht. Ich habe Platz im Keller bekommen, tue was Gutes und werde dafür noch belohnt. Eine schöne Geste“ freut sich Fahlbusch.

Apfelsaft aus eigener Produktion

Inhalt des Präsents ist eine Packung Schwarztee und Kaffee aus dem Laden. Ebenso eine Flasche von „Lisas Bio-Apfelsaft“, welcher erst neu in das Produktportfolio aufgenommen wird. Dieser wird, wie der Name schon verrät von Lisa Rinklef (29) aus Hockenheim selbst produziert. „Ich bin seit Jahren Vegetarierin und kaufe viel Bio ein. Da mir der Umweltschutz wichtig ist und der Markt sich ständig erweitert, sehe ich es als Herausforderung und Alleinstellungsmerkmal hier in Hockenheim“, erzählt sie unserer Zeitung.

Das Besondere ist, dass sie zusammen mit ihren Helfern Handernte betreibt. Das bedeutet, dass jeder einzelne Apfel in die Hand genommen wird. „Dadurch, dass wir verschiedene ganz alte Bäume haben, entsteht eine einzigartige Komposition. Der Apfelsaft ist klar und wird jetzt zu einem fairen Preis in Glasflaschen mit 0,75 Litern Inhalt verkauft“, schildert Rinklef. Ein erfolgreiches Ende der Handyaktion verbunden mit einer lokalen, leckeren Komponente.

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