Hockenheim

Pflegezentrum Offenloch Erleichterung nach Gemeinderatsbeschluss zum Bebauungsplan für Neubau-Standort / Heimbeirat, Personal und Angehörige äußern sich zufrieden

„Wir hoffen auf ein gutes Miteinander im Biblis“

Archivartikel

Im Pflegezentrum Offenloch herrscht seit dem Gemeinderatsbeschluss vom vergangenen Mittwoch Erleichterung auf allen Ebenen. Leiterin Manuela Offenloch ist froh, dass sie endlich eine Grundlage für eine neue Planung hat. Bewohner und Angehörige atmen auf, weil die Wege für Besuche sich nur unwesentlich ändern. Und die Beschäftigten, die größtenteils aus Hockenheim kommen, befürchten nicht mehr, dass sie sich mangels eigenen Fahrzeugs einen neuen Job suchen müssen.

Dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit die Dringlichkeit erkannt habe und der Ärger über die Behandlung des Themas in der Verwaltung nicht der Zukunft des Pflegeheims im Wege stand, mache sie glücklich, sagte Manuela Offenloch in einer Gesprächsrunde in der Einrichtung in der Parkstraße. Sie hoffe, dass es künftig im Biblis ein ebenso gutes Miteinander mit den Nachbarn gebe wie bisher in der Rathaus- und Parkstraße.

Dass die Biblis-Bewohner keine Störungen durch Lärm befürchten müssten, unterstreicht Hans Müller. Er lebt seit 43 Jahren in der Rathausstraße und ist erst im November ins betreute Wohnen im Pflegezentrum gezogen. „Eine Belästigung habe ich nie gehört“, sagt er. Seine Frau wird seit März im Haus gepflegt, es habe ihr sichtlich gutgetan, dass er aufgrund der Nähe ständig bei ihr sein konnte, berichtet Müller. Mit dem Standort Biblis sei er einverstanden, die Wege zum Einkaufen seien kürzer als jetzt.

Wie wichtig die Nähe zwischen Wohnort und Pflegeeinrichtung ist, hat Wolfgang Daum erfahren, als seine Frau ein Jahr lang in Bad Schönborn behandelt wurde. Erst nach der Verlegung ins Pflegezentrum Offenloch sei es möglich geworden, sie jeden Tag zu besuchen. Seine Frau ist erst 53 Jahre alt, und es sei schwierig, in Baden-Württemberg einen Pflegeplatz für jüngere Menschen zu finden, da diese nicht gesetzlich verankert seien. Viele Betroffenen müssten deshalb nach Hessen ausweichen. „Das hier ist nicht nur ein Altersheim, darum ist der Erhalt vor Ort so wichtig, sagt der Neulußheimer.

Die gebürtige Hamburgerin Hildegard Purper lebt seit 1961 in Hockenheim. „Ich habe einen großen Freundeskreis hier gefunden, die kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß, um mich im Pflegezentrum zu besuchen. Wenn das nicht mehr in Hockenheim wäre, fielen diese Besuche weg, und meine beiden Kinder wohnen in Mannheim, die können nur am Wochenende kommen, weil sie berufstätig sind.“

Werner Kraus ist Vorsitzender des Heimbeirats und seit einem Jahr Bewohner des Pflegezentrums. Er ist froh, dass seine Kinder auch künftig aus Alt- und Neulußheim eine kurze Anfahrt zu Besuchen haben. Auf ihn sei kein einziger Bewohner zugekommen, weil er sich im Biblis an den Rand gedrängt fühlen würde. Dagegen hätten alle, mit denen er gesprochen hat, gehofft, Hockenheim nicht verlassen zu müssen.

So gehe es auch vielen Beschäftigten, betont Zijada Stieler. Die Stationsleiterin sagt: „Wir kommen fast alle aus Hockenheim, unsere Kinder gehen hier zur Schule. Es gibt viele Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, etliche haben keinen Führerschein, die hätten es schwer, mit dem Bus zu einem anderen Arbeitsplatz zu kommen.“

Mascha Lorig kommt seit drei Jahren wöchentlich für Hilfsmittel wie Rollstühle und Matratzen ins Haus. Sie lobt die Kontinuität fester Ansprechpartner und die zuverlässige korrekte Anwendung der Hilfsmittel.

Michael Dumm, Pflegedienstleiter der Pflege im Med-Center, betont wie Manuela Offenloch, dass Sorgen der Biblis-Bewohner wegen Lärms unbegründet seien, vor allem wegen Nachtdienstwechsel: Es seien gerade drei Kräfte, die um 20 Uhr zum Nachtdienst kommen. Von denen gehe kaum Lärm aus, ebenso wie von Bewohnern tagsüber. Bilder: Offenloch

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