Hockenheim

Stellungnahme Stadtrat Helmut Kief beschäftigt sich mit der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Agrarindustrie

„Wir Landwirte machen das Essen“

Archivartikel

„Landwirte ernähren die Welt“ stellt Landwirt und Stadtrat Helmut Kief zur aktuellen Diskussion ums Klima und die Agrarpolitik in einer Stellungnahme fest.

„Im Zeitalter der sozialen Netzwerke ist ein Protest nur wenige Stunden präsent. Wir leben in einer Ära, in der zwar öko-instrumentalisierte Halbwüchsige in der Lage sind, Nationen über Monate zum Schulschwänzen zu mobilisieren, den gesunden Menschenverstand zu medialisieren, gelingt jedoch nicht“, so Kief.

Zum Sündenbock gemacht

Zwei warme Sommer und die passenden Studien hätten ausgereicht, um gegen die Landwirte Stimmung zu machen. Inzwischen werde die Landwirtschaft für fast alles verantwortlich gemacht, was nicht der Automobilindustrie in die Schuhe geschoben werden kann. „Das ist eine Rechnung ohne den Wirt. Denn ohne Bildung, ohne Handy, ohne Auto kann man leben, ohne Essen geht es nicht. Man sollte seinem Ernährer mit mehr Respekt begegnen“, empört sich der Landwirt.

Einige Parteien würden nach dem Motto „Hauptsache es geht was kaputt“ reagieren oder es geht ihnen weniger um Natur-und Tierschutz als vielmehr um gesellschaftspolitische Veränderungen, so Kief in seiner Stellungnahme.

In großen Teilen der Gesellschaft habe der Bauer einen guten Ruf. „Wir sollten aktiver daran erinnern, wo das Essen herkommt. Dass wir die effizienteste und präziseste Landwirtschaft weltweit betreiben, dass die Natur ohne uns ein hässlicher Wildwuchs wäre und keine Bundesgartenschau“, hält der Landwirt fest und fügt hinzu, dass es kaum etwas Gefährlicheres gebe, „als Entscheidungen oder auch die Meinungsmache des Zeitgeistes in die Hände von Leuten zu legen, die keine Verantwortung übernehmen und keinen Preis dafür bezahlen müssen, wenn sie daneben liegen“.

„Gewinnen wir die Menschen durch die Schönheit unserer Kulturlandschaft und der durch die Landwirtschaft gemachten Natur, mit der bunten Vielfalt unserer Produktion. Setzen wir Blühstreifen auch dort ein, wo die Leute spazieren gehen“, will er positive Akzente setzen.

„Es wäre besser, zusätzlich Berater einzusetzen, die die Landwirte unterstützen, bestehende Agrar- und Umweltauflagen umfangreicher zu erfüllen. Das bringt mehr als Verbote und Kontrollen. Die Verbraucher sollten sich wieder daran erinnern, dass das Essen nicht vom Supermarkt oder Discounter kommt, sondern von der Landwirtschaft. Wir Landwirte ernähren die Welt“, hält Kief abschließend in seiner Stellungnahme fest. htz

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