Hockenheim

Valentinstag Wie ein Taubenpaar in größter Not zusammenfand / „Love“ pflegt „Peace“ voller Hingabe

Wo die Liebe hinflattert

Archivartikel

Der Valentinstag ist der Tag der Verliebten und großer Gefühle. Paare beschenken sich, um ihre Wertschätzung auszudrücken, und die Blumen- und Pralinenindustrie hat einmal mehr Hochkonjunktur. In der Werbung und auch bei einigen Paaren stehen materielle Dinge im Vordergrund. Nicht so bei einem verliebten Taubenpaar in Hockenheim.

Was Menschen in der Hektik des Alltags gerne mal vergessen oder als selbstverständlich erachten, ist bei den „Turteltauben“ (es sind zwei Wildtauben) der Außenstelle der Wildtierhilfe in Hockenheim vielleicht zum Valentinstag eine kurze Erwähnung wert. Denn die Vogel-Lovestory im Altwingertweg ist auch für diese Tierart außergewöhnlich.

Von anderen Tieren ignoriert

Wenn Tauben auch nicht gerne alleine sind und die Gesellschaft von Artverwandten vorziehen, so haben verletzte Vögel in der freien Wildbahn weniger eine Chance in den Verbund integriert, geschweige von anderen Gruppenmitgliedern versorgt und beschützt zu werden. Nicht so „Peace“ und „Love“, wie die beiden Vögel von Familie Konieczny genannt werden. Beide kamen verletzt zur privaten Wildtierhilfe in Sandhausen. Nach der Erstversorgung ging es in die Quarantänevoliere der Außenstelle von Esther Konieczny in die Rennstadt.

„,Peace’ war so schwer verletzt, dass der Tierarzt ihr Bein amputierten musste. Danach kam sie zu uns“, berichtet die Tierschützerin, „In der Voliere wurde sie von anderen Tauben ignoriert. Schließlich war sie anders und konnte nicht mehr fliegen.“ Kurze Zeit später traf der Taubenhahn „Love“ bei der Familie ein. Auch er war verletzt gefunden worden, erholte sich aber innerhalb kürzester Zeit. Anstatt sich den anderen gesunden Tauben anzuschließen, kümmerte er sich um „Peace“, putzte sie und kuschelte sich beim Ruhen und Schlafen an sie, berichtet Konieczny.

„Er entfernte sich meist nur wenige Meter, obwohl er fliegen konnte“, erinnert sie sich, „auswildern wollte er sich nicht lassen, er blieb bei seiner geliebten Taubendame“ – und zwar dauerhaft. „Er fliegt inzwischen eine kleine Runde, ist aber nach kurzer Zeit wieder bei ihr und kümmert sich auch weiterhin um sie.“

Für die beiden „Turteltauben“ gibt es jedenfalls keine Pralinen zum Valentinstag, auch keine Blumen. Dafür aber Fürsorge und Pflege. sake

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