Hockenheim

Ausstellung Freundeskreis zeigt in „Inkas Garten“ sehenswerte Malerei, Textilkunst, Drechselarbeiten und Holz-Metall-Objekte / Teilweise erstmals in der Öffentlichkeit

Wo Wassergeister auf Kater im Ausgehanzug treffen

Archivartikel

Wenn Kreativität und Individualität zu einer begeisterten Aktivität führen, dann ist es mit Schaffenskraft und Geschicklichkeit sehr gut möglich, Ideen auf kunstvolle und künstlerische Weise Realität werden zu lassen. Dies wurde bei einer Ausstellung deutlich, zu der Künstler aus Hockenheim eingeladen hatten, die teilweise zum ersten Male ihre Werke der Öffentlichkeit präsentierten.

Eigentlich sind es Freunde, Bekannte und Nachbarn, die sich neben oder vor allem nach ihrer beruflichen Tätigkeit Zeit genommen haben, ihre künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten auszubauen, kreativ zu werden und zu experimentieren. Natürlich ist die Freude groß, wenn dann auch Außenstehende von den Werken beeindruckt sind.

Der vorgesehene Mai-Termin musste verschoben werden, am Samstag war es so weit. „Inkas Garten“, der Garten der Familie Langlotz in der Eisenbahnstraße 15, bot einen idealen Rahmen. Viele Besucher waren bereits beeindruckt davon, welche individuell schöne Gartenanlagen es mitten in der Stadt gibt. Offene Zelte schützten die Werke vorm Regen.

Besucher offen und neugierig

Die zahlreichen Gäste genossen die herzliche Atmosphäre der Gesamtveranstaltung, die Möglichkeiten zum Gespräch mit den künstlerisch Tätigen, die gerne Informationen und Details zu ihren Exponaten verrieten. Konnte auch nicht gerade von einem herbstlich schönen „goldenen Oktobertag“ die Rede sein, waren die Akteure umso erstaunter und erfreuter über den guten Besuch während der gesamten Ausstellungszeit. Die Besucher waren offen und neugierig auf die teilweise sehr ausgefallenen Kunstwerke.

Gastgeber Klaus Langlotz präsentierte Objekte aus Holz und Metall. Nach einem erfolgreichen Berufsleben im Verwaltungsbereich findet er jetzt die Möglichkeit, seinen Ideenreichtum „auszuleben“ und kreativ tätig zu werden. Dass man ihm interfamiliär „zufällig“ eine Bandsäge und ein Schweißgerät geschenkt hatte, beflügelte natürlich seinen Spaß am Gestalten und Werken. Aus Schwemmholz vom Rheinufer entstehen beispielsweise „Wassergeister“. Die vielen maritimen Bezüge bei den Arbeiten von Klaus Langlotz verraten auch schnell, dass seine Ehefrau Inka aus dem hohen Norden kommt.

Nähen, das war schon immer „ihre Sache“. Karin Junghans wählt ganz besondere, hochwertige Stoffe aus, versieht sie mit raffinierten Applikationen, sucht spezielle Knöpfe aus ihrem schier unermesslichen Fundus aus und näht Stofftaschen, exakt verarbeitet und mit viel Geschick und ebenso viel Liebe gestaltet.

„Nun ja, zuerst war es nur für mich, dann freuten sich Verwandte und Freunde darüber und jetzt habe ich mich überreden lassen, erstmals auf einer kleinen Ausstellung mit dabei zu sein,“ erzählt Karin Junghans strahlend und freut sich über das große Interesse an ihren Werken.

Neues Leben für Alltagsutensilien

Einen ganz aktuellen Trend der Acrylmalerei konnte man bei Manuela Krückl kennenlernen. „Acrylic Pouring“ heißt die aus den USA kommende Acryl-Fließtechnik, die einen sehr experimentellen Stil hat, um spannende abstrakte Acrylgemälde zu erschaffen. Floetrol wird dabei den Acrylfarben beigemischt und schon kann die Farbe auf der Leinwand oder einem sonstigen Untergrund in verschiedene Richtungen und ineinander fließen, ganz ohne Pinsel übrigens.

Manuela Krückl konnte mit ihren Exponaten verdeutlichen, wie auch Alltagsgegenstände wie etwas Kacheln mit „Acrylic Pouring“ zu einem „neuen Leben“ gestaltet werden können.

Thomas Schwarz bezeichnet augenzwinkernd das Drechseln als die Tätigkeit, die „die Kunst im Holz freilegt“. Drechseln gehört schließlich zu den ältesten Handwerksfertigkeiten, erfordert Konzentration und trägt erwiesenermaßen zur Tiefenentspannung bei. Vom Nussknacker angefangen bis zu Behältnissen und Schüsseln verschiedener Art verdeutlichte Thomas Schwarz seine Geschicklichkeit und Gestaltungsideen, die auf der Liebe zum Material Holz basieren.

Während die Technik und die Fliegerei sein Berufsleben bestimmt hatten, kann Dieter Schlegel jetzt in ideenreichen Pastellbildern seine Gedanken sichtbar machen. Man hat nicht nur den Eindruck, dass ihm „der Schalk im Nacken“ sitzt, er führt oft seine Hand bei der Gestaltung der Bilder. Reale Darstellung? Fast schon, aber ehrlich, hat man einen ernst dreinblickenden Kater mit Brille wirklich schon im Ausgehanzug gesehen? Oder das Gesicht eines Löwen in Regenbogenfarben? Was Dieter Schlegel aber mit seinen Bildern mühelos schafft, er realisiert eine „neue Logik“, die verblüfft, überrascht und schmunzeln lässt.

Meisterliche Abrundung

Ideale Ergänzung des Ausstellungsrepertoires in „Inkas Garten“ waren die Aquarellbilder von Hedy Schmeckenbecher-Grein. Die Werke der seit Jahren überregional bekannten Hockenheimer Malerin beeindrucken mit ihrer Farbharmonie und dem mutigen Farbenspiel, das dem etwas grauen Herbstsamstag eine leuchtende Strahlkraft entgegensetzte.

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