Hockenheim

Bücherei Rolf Thum stellt „Der Gaukler aus einer anderen Welt“ vor

Zeiten im Vergleich

Naturgewalt pur – das ist ein Blitz. Schlägt er ein, ist an diesem Ort nichts mehr, wie es einmal war. Eine Erfahrung, die Hochschuldozent Rudolf Andres am eigenen Leib spürt. Denn in sein wohlgeordnetes Leben schlägt ein Blitz ein. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Andres sitzt gerade in seinem weißen Auto, als er von einem Gewitter überrascht wird.

Ein Plot, den sich Rolf Thum ersonnen hat, „durchaus mit autobiografischen Zügen.“ Der Hockenheimer Autor stellte sein Neulingswerk jetzt einem kleinen Publikum in der Stadtbibliothek vor. Bei weit geöffneten Fenstern ritten die Gedanken gemeinsam mit dem Protagonisten durch Raum und Zeit. Stelle man sich vor, dass es Heidelberg nicht gäbe (noch nicht) und auch der Rest der Landschaft wesentlich ursprünglicher strukturiert sei, dann habe man das Bild vor dem inneren Auge, welches er sich selbst gemalt hatte, verriet der agile Autor seinen Zuhörern. Ein Gedanke, der auch ihnen schon gekommen sein mag, denn das Nicken war mannigfaltig. „Wie soll man einem Fremden erklären, dass man aus der Zukunft kommt und wie sie aussieht“, betonte Thum im Vorfeld der Lesung, zu der ihn Stadtbibliotheksleiter Dieter Reif eingeladen hatte. „Ich wollte schon immer die Zeiten vergleichen“, so der Autor. Daher hat er sich für seinen Protagonisten eine Zeitreise bis hinein in das frühe 11. Jahrhundert ausersonnen. Andres landet dort mit seinem Auto.

Zusammenstoß der Kulturen

Der erste Morgen bringt nicht nur Sonnenschein, sondern auch Menschen. Einfach gekleidet, aber bewaffnet. Andres ist verwirrt und versucht zu kommunizieren. Ob seine Lateinkenntnisse da ausreichen? Natürlich, denn es gibt ja noch Hände und Füße und den Lernwillen des Hochschuldozenten. So klappt es bald mit der Verständigung, dem Lernen, der Anerkennung, dem Leben und der Liebe. Er weiht die Menschen von einst in automobile Technik und die Wunder der CD-Musik ein und wird als „Gaukler aus der anderen Welt“ akzeptiert.

„Der Clash der Kulturen“, so Thum, komme zustande und lässt daher seine Figur selbst in die neue Welt reisen und pilgern. Thum ist kein Neuling in der Literaturszene und hat bereits einige Bücher im Eigenverlag vorgestellt – manche davon in Kooperation mit seiner Frau Christine. Nun hat er sich erstmals einer fantastischen Reise gewidmet, inspiriert von seinen eigenen Erlebnissen wie der Blick aus einem Garten auf die Bergstraße oder der erste Ritt auf einem Pferd – dies alles in einer beschreibenden Weise, die leicht und beschwingt durch die Handlung führt. ak

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