Hockenheim

FDP Stadtrat Helmut Kief warnt vor einseitigem Naturschutz / Bauern müssen ihren Teil beitragen

„Zeitgeist gefährdet Landwirte“

Der Landwirtschaftsmeister und FDP-Stadtrat Helmut Kief warnt anlässlich des „Volksbegehrens Artenschutz“ vor einer zunehmenden Entfremdung der Stadtbevölkerung von der ländlichen Urproduktion in Land-, Forst-, und Fischereiwirtschaft und fordert Reaktionen darauf.

In einer Pressemitteilung schreibt er: „Die Bewegung um die Volksbegehren in Baden-Württemberg und Bayern erfüllt mich mit Sorge. Man kann durchaus für eine nachhaltige Form der Landbewirtschaftung eintreten, das tue ich selbst auch. Man kann auch den Ökolandbau unterstützen, aber der städtische Zeitgeist marschiert in eine Richtung, welche die Bewirtschaftung von Land und Gewässer über kurz oder lang gänzlich unmöglich macht.“

Wenn eine Bewegung auf einem erheblichen Teil der Landflächen Pestizide verbieten wolle, weil sie „anscheinend keine Ahnung mehr davon haben“, dass auch der Ökolandbauer nicht ohne Pflanzenschutz auskomme, werde die Entwicklung bedrohlich.

„Es ist ja mancherorts so weit, dass Menschen sich aus Sorge um die Bienen mehrere Völker Honigbienen zulegen und damit den eigentlich gefährdeten Wildbienen eine völlig unnötige Nahrungskonkurrenz bescheren“, erklärt Kief.

Lebensraum für Insekten

„Wir Bauern wissen, dass auch wir unseren Teil zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen müssen. Deshalb haben die deutschen Bauern beispielsweise im vergangenen Jahr mehr als 200 000 Kilometer Blühstreifen als Nahrung und Lebensraum für Bienen und Insekten zum Erhalt der Artenvielfalt angelegt. Dies ist ein Band, das sechsmal um die Erde reicht. Andere Beispiele sind Gewässerrandstreifen, Bejagungsschneisen, Brachen, Lerchenfenster oder Feldvogelinseln zum Schutz der Bodenbrüter“, so Kief.

Milchnachschub und Pflege

Landwirtschaft schaffe Landschaft und fördere Artenvielfalt und hochwertige Nahrungsmittel. Rund 6700 Milchviehhalter im Land sorgten für Milchnachschub; investierten Zeit und Arbeit ins Kuhwohl, leisteten ihren Beitrag für die Pflege der Kulturlandschaft und förderten die Artenvielfalt.

Es sollten seiner Meinung nach auch die „zentralen Treiber bei der Gefährdung der Artenvielfalt“ in den Fokus genommen werden. Dazu zähle das Bevölkerungswachstum, die Verstädterung und Versiegelung, der Flächenverbrauch sowie die globalen Änderungen der Landnutzung. zg

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