Hockenheim

Hartmann-Baumann-Schule Auf dem Pausenhof wird das Richtfest gefeiert / Stadt investiert rund acht Millionen Euro in den Aus- und Umbau

Zeitler: Bildung hat für den Gemeinderat Priorität

Hockenheim.Langsam, aber sicher schreiten die Arbeiten an der Hartmann-Baumann-Schule voran, am Donnerstag war ein wichtiges Etappenziel erreicht, auf dem Schulgelände wurde das Richtfest gefeiert. Oberbürgermeister Marcus Zeitler, der zahlreiche Gäste zu der kleinen Feierstunde begrüßte, darunter die am Bau beteiligten Firmen und Planer, Mitarbeiter der Verwaltung, Lehrer und Mitglieder des Gemeinderates, hatte für die Verzögerung der Arbeiten, insgesamt ist man zwei bis drei Monate im Hintertreffen, eine einfache Erklärung: das Coronavirus. Durch die Pandemie sei an manchen Stellen der Materialfluss ins Stocken geraten, was zu der Verzögerung geführt habe.

Doch dies war beim Richtfest mehr eine Fußnote, deutlich überwog die Freude über das bisher Erreichte. Immerhin, Zeitler sprach von „einer der größten Investitionen, die je hier im Schulzentrum? getätigt wurden“, rund acht Millionen Euro fließen in die Baumaßnahme. Womit, betonte der Oberbürgermeister, der Stadtrat deutlich unterstrichen habe, wo die Priorität der Arbeit in den kommenden Jahren liege – auf dem Ausbau der Kinderbetreuung und der Schulen.

Digitalisierung hält Einzug

„Das Geld muss in die Bildung investiert werden“, sah Zeitler keine andere Möglichkeit, wolle die Stadt ihren Kindern einen Weg in die Zukunft weisen. Gerade die jetzige Situation habe gezeigt, wie wichtig das Thema Digitalisierung im Zusammenhang mit der Bildung sei, weshalb sich Zeitler freut, dass die Gebäude nun zukunftssicher gemacht würden.

Sein Dank galt dem Rat für die Bewilligung der Gelder, Lehrern, Eltern und Schülern für die Begleiterscheinungen der Bauarbeiten, „Dreck und Lärm“, sowie dem Team vom Rondeau, das für die Bewirtung der Gäste sorgte.

Architekt Michael Jöllenbeck nutzte die Gelegenheit, um in die Historie des Brauchtums Richtfest zu blicken. Ursprünglich seien damit die Baumgeister besänftigt worden, immerhin war Holz im Mittelalter der Baustoff Nummer eins und da ließ man Vorsicht walten.

Geister wurden beschworen

Geister müssten heute keiner mehr besänftigt werden, so Jöllenbeck, der auf die stolze Zahl von Stahl und Beton verwies, die in der Hartmann-Baumann-Schule verbaut wurde. Wichtiger war ihm jedoch eine andere Zahl – die der nicht verbauten Materialien. Denn dadurch, dass der eine Riegelbau erhalten und ausgebaut wird, habe die Hälfte des Werkes schon gestanden, sei nur die Hälfte des Materials benötigt worden. Mit anderen Worten, 750 Kubikmeter Beton und 100 Tonnen Stahl wurden eingespart. Eine sehr naturschonende Bauweise, wie der Architekt anmerkte, der zugleich die energieeffiziente Bauweise betonte und sich über den Zusammenschluss von alter und neuer Bausubstanz freute – „wie aus einem Stück“.

Für die Zuhörer hatte der Architekt noch eine andere Zahl parat: Insgesamt seien auf der Baustelle 34 Firmen mit rund 100 Mitarbeitern tätigt, hinzu kämen gut 20 Planer und Ingenieure – Zahlen wie sie ein mittelständisches Unternehmen zu bieten habe, betonte Jöllenbeck.

Umso mehr freute ihn, wie reibungslos die tägliche Zusammenarbeit funktioniere, zumal gerade in Zeiten von Corona nicht alles wie am Schnürchen klappe. Doch gerade daran, wie die Beteiligten mit auftretenden Misslichkeiten umgehen würden, zeige sich gute Zusammenarbeit. Eine Meinung, der sich OB Zeitler nur anschließen konnte, der explizit die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Firmen und der Verwaltung lobte.

Womit das Richtfest seinem krönenden Abschluss entgegensteuerte – dem Richtspruch des Poliers. Doch vorab blickte Jöllenbeck nochmals in die Geschichte, als er erwähnte, dass die Feier in früheren Jahrhunderten auch zur Abgeltung von Arbeitsleistungen diente. Davon sei man heute weit entfernt, die Menschen wollten Geld sehen. Doch eines sei weiterhin mit dem Richtfest verbunden, so der Architekt, die Wertschätzung, die der erbrachten Arbeitsleistung erwiesen werde. aw

Info: Weitere Bilder unter www.schwetzinger-zeitung.de

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