Hockenheim

MV „Harmonie“ Weinfest wird vom Messplatz in die Turnhalle verlegt / Jürgen Ehrlich und Fabian Klett präsentieren historische Traktoren

Zünftige Blasmusik vertreibt Wetterblues

Neulußheim.Nicht immer spielt er mit, der launische Wettergott. Dieses Mal traf es den Musikverein Harmonie, der zum traditionellen Weinfest auf dem Messplatz eingeladen hatte. Dank kühler Temperaturen und regnerischem Wetter fand die Schlacht sozusagen im Saal statt, also in der Turnhalle. Dort saßen die Gäste windgeschützt und konnten den musikalischen Darbietungen der eingeladenen Musikvereine lauschen.

Den Anfang machte der Musikverein aus Rußheim. Flotte Blasmusik erklang und der Vorsitzende des MV Harmonie, Torsten Thorn, begrüßte die Gäste. Die „Harmonie“ selbst spielte nicht, die Musiker und Musikerinnen wurden im Versorgungszelt gebraucht. Dort hatten sie alle Hände und Kochtöpfe voll zu tun. Deftiges wie „Pfälzer Hausplatte“ und „Schiefer Sack“ lockte die Gäste an. Als vegetarisches Angebot gab es „Grumbeere mit weißem Käs“.

Wie jedes Jahr war auch das Weingut Heißer aus Impflingen mit von der Partie. Neben verschiedenen Weinspezialitäten gab es natürlich auch den beliebten neuen „Sauser“.

Während es sich drinnen gemütlich bei unterhaltsamer Musik und gutem Essen aushalten ließ, waren draußen auf dem Messplatz die Traktorenfreunde zugegen. Das „Wilfried-Hagmann-Traktoren-Treffen“ gehört seit langen Jahren zum Weinfest der Harmonie dazu. Jürgen Ehrlich steht auch sehr gerne zur Verfügung, um den Besuchern alles zu zeigen und zu erklären. Heuer gab es als Attraktion den „Deutz Verdampfermotor“, Baujahr 1935, der liebevoll und fachkundig restauriert wurde und problemlos gezündet werden konnte.

Entwicklungshilfe mal anders

Das etwas größere Modell von 1936 hatte Fabian Klett hergerichtet und die beiden erklärten sehr ausführlich, wie dieser Motor funktioniert. Eine interessante Apparatur aus Dieseltank und doppelt so großem Kühlwassertank war nötig und damit lief die einfache, aber geniale Konstruktion viele Jahrzehnte lang.

Jürgen Ehrlich erzählte von einem Urlaub in Namibia vor einigen Jahren, wo er bei einem deutschstämmigen Farmer wohnte. Auch er hatte noch so einen Deutz Motor in Gebrauch und berichtete, dass in Namibia noch etwa 3000 dieser Geräte in Betrieb waren. Nur mit den Ersatzteilen war es schwierig. Eine Feder wurde gebraucht und in Deutschland lächelte man milde, denn solche Teile wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gefertigt. Jürgen Ehrlich aber sagte Hilfe zu und als er wieder zu Hause war, kontaktierte er eine Feder-Firma, die in Hockenheim Talhaus ansässig ist.

Gegen ein verhältnismäßig geringes Entgelt fertigten sie dort eine passende Feder, die umgehend nach Namibia geschickt wurde. Bald darauf kam der Dankesbrief eines glücklichen Farmers bei Familie Ehrlich an. So kann Entwicklungshilfe auch aussehen. Jürgen Ehrlich schmunzelt noch heute über diese schöne Geschichte. Die Besucher konnten alte Traktoren von John Deere, Hanomag, Lanz und Porsche bestaunen und sicherlich gibt es zu jedem Gefährt eine Geschichte.

Bis in den Nachmittag hinein hörten die Gäste Musik vom Musikverein Sandhausen und der Stadtkapelle Hockenheim, die mit ihrer „Egerländer Besetzung“ zünftig aufspielten. Wer nach Saumagen, Leberknödeln und Bratwurst noch Platz hatte, der konnte bei Kaffee und Kuchen einen schönen Nachmittag verbringen.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional