Ketsch

Stellungnahme Wilfried Windisch von Bündnis 90/Die Grünen kritisiert den Rückschnitt eines Weidenbuschs / Es sei ein gravierender Eingriff in ein wichtiges Biotop

„Aktion ist nur gewinnbringend für die angrenzenden Landwirte“

Ketsch.In einer Presseerklärung teilt Wilfried Windisch, Gemeinderatskandidat der Grünen, mit, dass auf der Internetseite des Umweltministeriums zu lesen ist: „Da Naturschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, sollten die Ziele mit den Gemeinden, den Verbänden, der Land- und Forstwirtschaft und der Wirtschaft und so weiter verwirklicht werden.“ Doch die tatsächliche Situation führe zum Eindruck, dass jeder, solange man sich nicht geeinigt habe, machen dürfe, was er wolle.

Das könne man nicht nur an der Diskussion über die Schwetzinger Wiesen sehen, „wo rücksichtslose Landwirte ein Moor trockenlegen wollen, weil, wie die Landwirte behaupten, ansonsten kein Spargel mehr wächst und die Schnaken wiederkommen“. Dieser Darstellung widerspricht Windisch.

Und dann nennt er beispielhaft für den aus seiner Sicht schlechten Umgang mit der Natur den Weidenbusch an der Grillhütte, der in der jüngsten Ratssitzung angesprochen worden sei. Er sei auf ein Fünftel zurückgeschnitten. Dazu habe Bürgermeister Jürgen Kappenstein erklärt, der Rückschnitt sei notwendig geworden, weil damit wieder ein uneingeschränkter landwirtschaftlicher Betrieb möglich sei, erinnert Windisch. Die Maßnahme sei kostenfrei gewesen, habe es geheißen.

Aber Windisch sieht das anders, denn auch eingesetzte Mitarbeiter des Bauhofs würden den Bürger Geld kosten, so der Grüne Ratskandidat. Er rechnet mit Kosten von 1000 Euro, wenn den Rückschnitt ein Gärtnereibetrieb vorgenommen hätte. Nur der Landwirt habe einen Gewinn davon – durch eine Flächenprämie und die Heuernte. „Für diese 5 Euro pro Jahr wurden 1000 Euro Steuergelder ausgegeben – für mich absolut unverhältnismäßig“, so Windisch.

Dort sei außerdem ein Naturschutzgebiet und der Busch habe viele Blüten getragen. Andernorts würden Blüten für den Insekten- und damit auch für den Vogelschutz angelegt, „in Ketsch sägt man die Blüten ab“. Hinzu käme, so Windisch, dass dort die seltene Haarstrangeule lebe, bei der es laut Naturschutzgesetz absolut verboten sei, deren Lebensraum zu zerstören, zu dem insbesondere das Naturschutzgebiet im FFH-Gebiet zähle.

„Viel Werbung wird gemacht für den Erhalt der biologischen Vielfalt, aber ob es umgesetzt wird, wird vor Ort entschieden und da wird gehandelt wie in Ketsch“, kritisiert Wilfried Windisch. zg

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