Ketsch

Sportvereinigung 06 Ketsch Ilse Impertro, Erika Rey und Edeltraud Schütze zu Ehrenmitgliedern ernannt / Seit 70 Jahren sind Rudi Kemptner und Heinz Münch dabei

Anreise zu Auswärtsspielen mit dem Rad

Archivartikel

Ketsch.In gemütlicher Runde mit den Vereinsjubilaren ins Gespräch kommen, über alte Zeiten plaudern und sogar ein gemeinsames Lied anstimmen – das ist der neue Ehrungsabend bei der Sportvereinigung 06. „Bei der Jahreshauptversammlung gerieten die Ehrungen meist zu kurz, und auch unseren neuen Ehrenmitgliedern möchten wir auf diese Weise danken“, erklärte Präsident Gerhard Abelein, weshalb man sich im letzten Jahr entschieden hatte, die Ehrungen separat durchzuführen.

Dieses Mal waren rund 40 geladene Wegbegleiter und das Präsidium des Sportvereins ins Clubhaus gekommen. „Wir sind froh, dass so viele da sein können, denken aber auch an jene, die nicht mehr kommen können, weil es die Gesundheit nicht zulässt“, sagte Schriftführer Walter Kupper beim Blick in die Runde. Als Überraschung kamen Jugendspieler, die gerade noch gekickt hatten, vorbei und brachten jedem Gast ein buntes Osterei.

Treue Mitglieder als Vereinsbasis

Als Basis eines jeden Vereins bezeichnete Kupper in seiner sehr persönlichen Ansprache an die drei Frauen, die zu Ehrenmitgliedern wurden, die treuen Mitglieder. „Die Jungs spielen im Verein, mein Mann ist Trainer“, hob er an, schilderte damit schon den Grund für Ilse Impertro und Edeltraud „Traudel“ Schütze, sich ebenfalls ins Vereinsleben zu integrieren. Dass das mit dem Waschen der Trikots anfing und bei Fahrdiensten und Teekochen noch längst nicht endete, betonte er. Aber auch sportlich fanden die Frauen bei der Spvgg 06 ihr zweites Zuhause, spielten Volleyball oder trainierten in der Gymnastikgruppe. „Ihr seid eine eingeschworene Gemeinschaft. Mit viel Freude seid ihr bei Sport und Arbeit sowie den schönen Ausflügen dabei“, betonte Kupper.

Ob eine Ehrenmitgliedschaft gemischte Gefühle verursacht? Wohl kaum, denn beide Damen freuten sich über die Anerkennung. Klar, dass eine Ehrenmitgliedschaft zudem immer vor Augen führt, dass man ein gewisses Alter erreicht hat – im Fall der Spvgg ist es das Erreichen des 70. Lebensjahres. Aber sie zeigt auch die Verbundenheit und die gelebte Gemeinschaft im Verein.

Mit Erika Rey hatte Kupper ein weiteres verdientes Mitglied zu ehren. „Erika hat 30 Jahre erfolgreich gekegelt“, richtete er seine Worte an die frühere Spielerin von Eppelheim. „Sie ist ein echter Vereinsmeier“, sagte Kupper und rief in Erinnerung, dass Rey von 1982 bis 2015 die Jugendabteilung im Ketscher Verein geleitet hat. „Sie und wir haben nur positive Erinnerungen an diese Zeit.“

Rey selbst lobte die familiäre Atmosphäre im Verein, die immer ein Wohlgefühl vermittle, die Spvgg 06 Ketsch sei stets eine Möglichkeit gewesen, von zu Hause rauszukommen, stellte sie fest. Zurzeit spielt Erika Rey mittwochs im Verein Karten und ist donnerstags im Frauentraining aktiv, am Wochenende schaut sie sich gerne Spiele ihrer Spvgg 06 an.

Sandacker als Spielfeld

Rudi Kemptner, seit 70 Jahren dabei, erinnert sich an den Sandackerboden, der zuerst Spielfeld für die Ketscher war („in der Halbzeitpause mussten wir erst einmal die Schuhe ausschütten“) und dass die Jugendmannschaft mit den Fahrrädern zu Verbandsspielen in der Region geradelt ist. „Aber nicht jeder mit seinem eigenen Rad, ich saß oft auf der Fahrradstange eines Kumpels“, erzählte der 80-Jährige.

„In meiner Familie hat schon mein Vater Fußball gespielt, meine beiden Söhne und die beiden Enkel spielen auch.“ Er war 30 Jahre aktiv und noch weitere 18 Jahre bei den Alten Herren engagiert.

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