Ketsch

Katholische Gemeinde Vorabendgottesdienst mit Orgel und Trompetensolist Dirceu Braz

Auch „Voluntary“ begeistert die Besucher

Archivartikel

Ketsch.Einfach erhebend – so mag es manchem Gottesdienstbesucher am Samstagabend zu Beginn der kirchlichen Feier in den Sinn gekommen sein beim Klang der Orgel in Begleitung einer Trompete. Den Blick zur Empore gerichtet begrüßte Pfarrer Sauer Trompetensolist Dirceu Braz, der auf Initiative von Kantor und Organist Stefan Göttelmann nach Ketsch gekommen war.

Rein zufällig hatten sich die beiden eine Woche zuvor in Mannheim bei einer kirchlichen Feier kennengelernt – wo Dirceu Braz auch wohnt. Geboren im brasilianischen Sao Paulo und aus einfachen Familienverhältnissen stammend, mit dem großen Traum, in Europa Musik zu studieren, führte ihn sein Weg nach Deutschland und in die Schweiz. Letztlich war Braz zwölf Jahre lang in Heidelberg als Dozent für Trompete tätig. Das Studium hat er sich aus eigenen Mitteln finanziert. Während der Zeit in Heidelberg ergab sich eine internationale Karriere als Trompetensolist – weitere Träume wie Buchautor und Maler fanden dabei ebenfalls ihre Umsetzung.

Improvisatorischer Charakter

Für den Gottesdienst in St. Sebastian hatten Stefan Göttelmann und Dirceu Braz drei Musikstücke für das gemeinsame Spiel ausgesucht. Eingangs aus der „Wassermusik“ für Orgel von Händel „Lascia ch’io pianga“, „Lass mich mit Tränen mein Los beklagen“ auch von Händel und „Trompete Voluntary“ von Jeremiah Clark zum Ausklang. Voluntary bezeichnet übrigens ein Musikstück oder eine Komposition von improvisatorischem Charakter. Wobei das Zusammenspiel der beiden Musiker an Orgel und Trompete alles andere als provisorisch klang.

Die Kirchenbesucher waren jedenfalls begeistert und würden sich sehr über ein Wiedersehen mit Dirceu Braz freuen, wie zu vernehmen war.

Wenn auch seine Träume in Europa und besonders in Deutschland ihre Umsetzung fanden, bleibt Brasilien fest in seinem Herzen, beteuerte Dirceu Braz in persönlichem Gespräch mit Pfarrgemeinderatsvorsitzender Marianne Faulhaber.

Gaben zu Erntedank

Eine weitere Bereicherung des Gottesdienstes waren die vor dem Altar ausgebreiteten Erntedankgaben, liebevoll hergerichtet von einer Gruppe Frauen aus der Kirchengemeinde. Pfarrer Sauer segnete und würdigte diese Schätze der Natur und der menschlichen Arbeit, die auch das Teilen nicht vergessen lassen sollen. „Die Einladung Gottes als Lebensbereicherung annehmen zu können, ist die Tragik der Menschen, dies zu erkennen“, sagte Diakon Kurt Gredel in seiner Predigt. Und derart vielfältig bereichert von einem bemerkenswerten Gottesdienst gingen die Kirchenbesucher ins Wochenende. zg/mf

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