Ketsch

Rheininsel Mit zwei Ochsenstärken ging es vor 70 Jahren zwischen Hof, Feld und Wald hin und her

„Biomotor“ der Nachkriegszeit

Archivartikel

Ketsch.Die Freizeitbeschäftigungen Fahrradfahren, Spazierengehen und Joggen erleben in diesen Zeiten einen regelrechten Aufschwung und neue Wertigkeiten. Ein beliebtes Ziel für diese Arten der Bewegung in der frischen Luft ist einmal mehr die Ketscher Rheininsel. Noch vor 70 Jahren, war es durchaus möglich, dass man beim Sauerstofftanken dort einem alten Ochsenfuhrwerk begegnete, wie das Bild aus dem Jahr 1950 dokumentiert.

Neben der Forstwirtschaft wurde damals von einigen Bauern auf der Rheininsel auch Landwirtschaft betrieben. Bereits im Jahr 1950 wurde der immerhin 490 Hektar große Bereich des Naturschatzes Rheininsel schon unter Naturschutz gestellt.

Entstanden ist das Gebiet übrigens in Folge der sogenannten Korrektur des schon seit Urzeiten stark mäandrierenden Rheins durch den badischen Ingenieur Johann Gottfried Tulla (1770 – 1828). Begonnen wurden die Arbeiten unter seiner Regie im Jahr 1817. Das Flussbett wurde begradigt, eingeengt und vertieft. Es gab etliche Durchstiche von Flussschlingen, auch Dammanlagen wurden errichtet. In riesigem Maße profitierte natürlich die Schifffahrt von diesen Maßnahmen, die lange Strecken und damit Geld einsparten.

Vollendet wurde das Mammutprojekt von Tullas Nachfolgern im Jahr 1882. Heute ist die Rheininsel ein bedeutender Teil des Rheinauenwaldes. Im Hintergrund des Ochsenkarren-Fotos ist übrigens das dort noch heute existente alte Försterhaus zu sehen. rie

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