Ketsch

St. Sebastian Hörnerklang bereichert eindrucksvolle Messe

Botschaft des Heiligen Hubertus aktueller denn je

Archivartikel

Ketsch.Zur Ehre Gottes und im Gedenken an den Heiligen Hubertus lassen alljährlich Anfang November Jagdhornbläser feierlich ihre Instrumente in Kirchen erklingen. Herbstlich wird dazu die Kirche geschmückt, mit Laub- und Nadelbäumen, ein kapitales Hirschgeweih symbolisch vor den Altar gelegt – so war es auch in der Kirche St. Sebastian der Fall.

Hubertus steht als Schutzpatron der Jäger für die Achtsamkeit vor der Schöpfung, Waidgerechtigkeit, Hege und Pflege des anvertrauten Wildes. Pfarrer Erwin Bertsch hob in seiner Predigt denn auch die Jagd als eine der ältesten Tätigkeiten der Menschheit hervor – mit religiöser Dimension. Hubertus’ Botschaft zu seinen Lebzeiten Mitte des achten Jahrhunderts ist heute aktueller denn je. Respekt und Achtsamkeit lässt ihn vor der Schöpfung in die Knie gehen, um damit die große und unteilbare Bruderschaft mit allen Geschöpfen zu verkünden und bezeugen.

Die Größe der Schöpfung

Der Mensch gelte als Krone der Schöpfung – und machte sich eher zur Dornenkrone in seinem Umgang mit der ihm anvertrauten Natur, sagte Pfarrer Bertsch. Jäger seien in besonderer Weise die Mitarbeiter Gottes in der Natur – den Spuren Gottes am nächsten, die Größe der Schöpfung begreifend.

Andächtig lauschten die Gottesdienstbesucher in St. Sebastian den Klängen der Jagd- und vor allem auch der Parforcehornbläser, die mit ihrem voluminösen Klang das Gotteshaus erfüllten. Mit dem Blasen der Hubertusmesse folgen die Hornisten einem jahrhundertealten Brauch, im Wald die fehlende Kirchenmusik für das Abhalten der liturgischen Messe vor Beginn und am Ende der Jagd zu ersetzen.

Marianne Faulhaber dankte mit passenden Worten der Jagdhornbläsergruppe Schwetzingen, dem Parforcehornbläserkreis „Diana Weinheim“ und den Parforcehornbläsern „Eustachius Kurpfalz“ für die Gestaltung dieser eindrucksvollen Messe. Gerne ließen die Hornbläser nach dem Auszug vor dem Hauptportal ihre Hörner nochmals erklingen. Wohlgefüllt waren die Körbchen der Türkollekte – bestimmt für das Caritas-Kinderhospital in Bethlehem. Mit Segenswunsch und Waidmannsheil verabschiedet, verbunden mit dem Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen, machten sich die Hornbläser auf den Heimweg. mf

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