Ketsch

Central Kino Bei der Wiedereröffnung zeigen sich Matinee-Besucher begeistert von neuer Gestaltung / Vierwöchige Renovierungsarbeiten im Kinosaal beendet

Cineastisches Herz der Gemeinde schlägt wieder

Archivartikel

Ketsch.Es ist vollbracht: Das cineastische Herz der Enderle-Gemeinde schlägt wieder. Genau vier Wochen und einen beachtlichen fünf-stelligen Betrag nahmen die Renovierungsarbeiten des Kinosaals im Central Kino in Anspruch. Und der neue Look aus kräftigem Rot und Grau stieß bei den Matinee-Besuchern auf überwältigenden Zuspruch. Die Superlative reihten sich wie Perlen einer Kette ans Revers der Vereinsmitglieder. Von „fantastisch“ über „sehr stilvoll“ bis zu „frisch, aber den alten Flair erhalten“ zeigten sich die ersten Kinobesucher restlos begeistert – was beim ersten und zweiten Vorsitzendes des Kinovereins Hannes Piechotta und Hansdieter Gehres offensichtlich für Ausschüttungen von Glückshormonen zu sorgen schien. Die beiden strahlten jedenfalls um die Wette: „Für uns waren die Arbeiten eine große Sache und dass diese nun so ankommen, macht natürlich glücklich.“

Klar geht man ins Kino wegen des Films. Aber in Ketsch kommt mit dem eigentümlichen Lichthaus-Charme aus der Gründerzeit der Bundesrepublik noch ein weiterer Grund hinzu. Der Gang ins Central Kino ist fast eine kleine Zeitreise. Wobei sich diese Zeitreise nur auf das Design bezieht. Technisch, meinte Gehres, „müssen wir uns nicht verstecken, da halten wir jedem Vergleich mühelos stand“.

Neu aufgepolsterte Sessel

Und auch das Design atmet nur atmosphärisch den Geist der 50er Jahre. Die Sessel, neu aufgepolstert und sehr bequem, und der graue Teppich genügen den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts jedenfalls in Gänze. Kurz nach dem Beginn der Arbeiten erklärte Gehres unserer Zeitung, dass sich einiges ändern werde, aber der Charme des Kinos erhalten bleibe. Er hat, das kann nun ohne jeden Abstrich zugestanden werden, gemeinsam mit seinen Vereinskollegen geliefert.

Werner Ries zeigte sich von dem Kinosaal genauso begeistert, wie Inge Maier und Jana Schönknecht. Letztere gehörte zur Band „Ukulayers“ aus Mannheim, die den Eröffnungsreigen musikalisch sehr gekonnt umrahmten. Normalerweise komme man für einen Kinobesuch nicht eigens aus der Quadratestadt nach Ketsch. Doch dass, erklärte die Künstlerin, könnte sich nun möglicherweise ändern. Das Central sei schon ein Ereignis, das es so leider nicht mehr allzu oft gebe. „Das Kino ist wirklich eine Bombe“, erklärte die aus Brandenburg an der Havel stammende Wahl-Mannheimerin. Eine Einschätzung, die hier unter den mehr als 70 Matineegästen allgemein geteilt wurde.

Lust auf das Kino macht übrigens auch das Programm. Mit einer Mischung aus Kinderfilmen, Action, Thrillern und Komödien bis zum Erzählerkino und Drama haben die Verantwortlichen wieder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Von „Peter Hase“ und „Elias – das kleine Rettungsboot“ über „Lady Bird“, der für fünf Oscars nominiert wurde, „Ocean’s 8“ und „Swimming with Men“ bis zu „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ dürfte für Cineasten kaum ein Wunsch offenbleiben.

Ein erstes Highlight wird übrigens der Film „Kolyma“ am Mittwoch, 4. Juli, um 19.30 Uhr. Der skurrile Roadmovie durch Sibirien sollte sich in den Augen Gehres niemand entgehen lassen. An dem Abend ist übrigens auch der Regisseur Stanislaw Mucha anwesend. ske

Info: Kinoprogramm unter www.kino-ketsch.de

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