Ketsch

Pandemie Ehepaar Stäcker hat gute Erfahrungen im Impfzentrum auf dem Mannheimer Maimarktgelände gemacht / Bei Terminbuchung aber auf Hilfe angewiesen

Corona-Schutz dank Unterstützung der Söhne

Ketsch.Auf die Hilfe ihrer Söhne konnten sich Gerd und Gerda Stäcker (beide 84) aus Ketsch verlassen, als es um die Buchung der Termine zur Corona-Impfung ging. „Für uns stand von Anfang an fest, dass wir uns impfen lassen, sobald ein Impfstoff verfügbar ist“, bekräftigt Gerd Stäcker im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sehe dies als eine Chance, die es zu nutzen gelte, wenn man die Entwicklung in der Pandemie verändern könne und sei deshalb positiv gestimmt.

Doch anders als bei sonstigen Impfungen kann man nicht einfach beim Hausarzt einen Termin vereinbaren, um an eine Corona-Impfung zu kommen: Bis auf Weiteres geht das nur nach Anmeldung in einem Impfzentrum. „Meine erwachsenen Söhne haben das Prozedere in den Medien genau wie ich verfolgt, und als bekannt wurde, dass man sich im Internet zu Terminen anmelden könne, haben sie zu uns gesagt: ‚Oma und Opa, wir machen das!‘.

Diese Unterstützung war auch sehr hilfreich, erzählt Gerd Stäcker. Denn man werde zwar durch das Programm geleitet, aber es sei doch etwas kompliziert. Viele Bestätigungen und immer wieder neue Angaben seien nötig, bis man an einen Code komme, mit dem man dann einen Termin buchen könne.

Viel zu notieren

„Dann braucht man einen zweiten Code für den Folgetermin, und da meine Frau und ich mit je 84 Jahren berechtigt sind, ging das ganze Prozedere am 27. Dezember viermal über den Bildschirm und das Tablet“, erklärt der seit 1977 in Ketsch lebende gebürtige Schleswig-Holsteiner. Dass alle Über-80-Jährigen ohne Hilfe Termine online buchen könnten, hält er für fragwürdig. „Mein zweiter Sohn hat über die Telefonhotline für seine Schwiegereltern Termine gebucht. Das ging wohl ganz gut, aber auch hier gab es viel zu notieren. Zumindest hatte er Glück, denn er kam sehr zügig zu einer Sachbearbeiterin durch, vielleicht auch weil er sehr spät anrief“, erzählt Gerd Stäcker.

Eine schriftliche Einladung zum Impfen, wie es sie in einigen anderen Bundesländern gibt, habe er aber nicht vermisst: „Ich habe Bekannte in Hamburg, die wurden schriftlich eingeladen, doch das ist nur ein Stück Papier. Die eigentliche Impfanmeldung muss ja dann genauso über das Internet oder telefonisch erfolgen, ich erkenne darin keinen Mehrwert“, so der impfwillige Rentner.

Bei den Buchungen in Mannheim gab es aber noch eine Schwierigkeit: Für den 6. Januar war zunächst der Impftermin für seine Frau Gerda terminiert, erst für den 8. Januar gab das System jedoch seinen Termin vor. „Uns ist es online nicht gelungen, unsere Termine zusammenzulegen. Bis wir mit allen Eingaben durch waren, war der 6. Januar für mich nicht mehr buchbar“, erinnert sich der Senior, der sich dazu entschied, das Impfzentrum auf dem Maimarktgelände in Mannheim anzusteuern.

„Am 6. Januar machte ich mich deshalb mit meiner Frau gemeinsam auf den Weg und wir können sagen, dass die Abwicklung dort sehr gut war. Ausnahmslos alle Personen, die uns durch das Impfzentrum leiteten, waren sehr freundlich und absolut hilfsbereit. Insgesamt hat alles etwa eine halbe Stunde gedauert und mein ursprünglicher Termin vom 8. Januar konnte vor Ort dann noch spontan vorverlegt werden, so dass ich gleichzeitig mit meiner Frau geimpft wurde. Uns ging es danach gut und wir haben bisher keinerlei Beschwerden“, freut sich der 84-jährige.

Im „Rollatortempo“ geleitet

Zum Termin hätte er seinen Personalausweis, seine Krankenversichertenkarte, seinen Impfpass und seinen Anmeldecode mitbringen müssen. „Ich kann jedem empfehlen, diese Dinge einfach in eine eigene Tasche zu packen, denn man benötigt diese Unterlagen öfters und bekommt auch einige Formulare mit. Ein eigener Kugelschreiber ist auch sinnvoll, das spart Zeit und ist hygienischer“, gibt der Rentner als Tipp. Ansonsten müsse man sich nicht sorgen, dass man sich nicht zurechtfinden würde, denn man würde sehr gut von Station zu Station geleitet werden.

„Alles ging im ‚Rollatortempo‘, und vor der Impfung gibt es noch einen kurzen, leicht verständlichen Videofilm mit allen Informationen zu sehen. Auch, von welchem Hersteller der Impfstoff stammt, den man bekommt, wird gezeigt, das war mir sehr wichtig. Meine Frau und ich haben die Betreuung als sehr positiv empfunden und drei Wochen nach dem ersten Impftermin fahren wir dann zur nächsten Runde wieder nach Mannheim“, erklärt Gerd Stäcker motiviert. csc

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