Ketsch

Weltdiabetestag TSG-Gruppe muss aktuell auf wichtige Bewegungsübungen verzichten

„Das kriegen wir wieder hin“

Archivartikel

Ketsch.„Ich habe gesagt, sie sollen an die frische Luft und spazieren gehen“, sagt Margot Eisele. Die Rheinauerin, die die Rehasport-Gruppe bei Diabetes mellitus der TSG leitet, kann derzeit mit mehr als diesem Rat kaum dienen – schließlich pausiert das Training wegen der Corona-Pandemie.

Die erfahrene Übungsleiterin für Gesundheitssport weiß gleichwohl, wie wichtig regelmäßige körperliche Aktivität für Menschen mit Diabetes ist. Sie habe einen positiven Effekt, steigere die Koordinationsfähigkeit und sei damit ein gutes Instrument beispielsweise bei der Sturzprophylaxe. Bewegung trage zur Stärkung des Immunsystems bei – und das sei immer, aber besonders dieser Tage von großer Bedeutung.

Margot Eisele glaubt eher nicht, dass ihre Gruppe, die aus insgesamt 15 Damen und Herren samt zwei Aktiven wegen der Wirbelsäulengymnastik besteht, daheim die Übungen absolviert, die sie ihnen mit auf den Weg gegeben hat. Aber: „Das kriegen wir wieder hin.“ Sie kennt ihre Gruppe schon seit über zehn Jahren und nach dem ersten Lockdown sei die alte Beweglichkeit auch wieder zurückgekommen. In einer so homogenen Gruppe würden allerdings nicht zuletzt die sozialen Kontakte fehlen.

Ex-Krankenschwester mit Vorsicht

Doch Kontakte hin, Kontakte her – Eisele lässt keinen Zweifel daran, dass der aktuelle Lockdown gut und notwendig sei. Ihre Diabetiker-Gruppe mit Frauen und Männern zwischen 70 und 80 Jahren gehöre schließlich zur Risikogruppe. Die ehemalige Krankenschwester hält es da lieber mit der Vorsicht als Mutter der Porzellankiste.

Den heutigen Weltdiabetestag findet die 70-Jährige eine gute Sache. Der Aktionstag, der auf den Geburtstag von Frederick Banting, dem Entdecker des Insulin, zurückgeht, sei geeignet, um zu informieren und auf Missstände hinzuweisen. Ginge es beispielsweise nach ihr, würden die Hausärzte Menschen mit Diabetes mellitus noch viel mehr als jetzt schon zur Teilnahme an Rehasport-Gruppen animieren und auf die positiven Effekte hinweisen. Zumal die Kosten nach der Reha-Verordnung von den Krankenkassen generell übernommen würden.

Wenn nicht gerade Lockdown ist, trifft sich die TSG-Gruppe immer donnerstags von 10.30 bis 11.30 Uhr in der TSG-Halle. Ausdrücklich betont Margot Eisele, dass die TSG-Übungsleiter sehr gut in die Hygiene- und Abstandsmaßnahmen wegen Corona eingeführt worden seien. Weil sie mehrere Gruppen auch in anderen Vereinen betreut, hat sie den Vergleich. mab

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