Ketsch

Das schlechte Gewissen

Günther Martin und Heike Schütz haben gegen den Haushaltsentwurf 2020 gestimmt, ihre Fraktionskollegen enthielten sich (wir berichteten) – bei manchem Besucher löste dies die Reaktion aus, die meist bemerkbar ist, wenn die Grünen ihre Belange vorbringen – ein Raunen („die schon wieder“).

Das grüne Gebaren in Ketsch ist nicht bloß Revoluzzertum, um halt mal dagegen zu sein – auch das hätte seine Berechtigung als Gegenstimme zum Erwartbaren – es ist vielmehr eine Art schlechtes Gewissen. Heike Schütz sagte, Ketsch brauche ein Klimaschutzkonzept, auch das Verkehrsentwicklungskonzept müsse wieder auf die Tagesordnung. Für alles sei Geld da, nur fürs Klima nicht. Sorry, da ist was dran. Nicht nur in Ketsch, aber auch da.

Mein schlechtes Gewissen grüßte mich, als ich unlängst die Internetseite mit dem Klima-Countdown besuchte unter www.mcc-berlin.net. Probieren Sie’s mal aus. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen (also die Erde erwärmt sich „nur“ um 1,5 Grad), bleiben uns noch sieben Jahre.

Wer das schlechte Gewissen loswerden und was verändern möchte, muss an die Zusammenarbeit ran im Ketscher Rat. Die anderen sind ja auch ein wenig grün. Ketsch ist stark damit beschäftigt, für Nachbesserung bei der Kinderbetreuung zu sorgen. Aber auch eine örtliche Klimapolitik wäre nachwuchsgerecht.

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