Ketsch

Das war ein Kardinalfehler

Archivartikel

Waren Sie schon einmal im Autokino? – Ich habe gerade meine Premiere hinter mich gebracht. Am Abend vor Muttertag schaute Chako Habekost im Autokino in Speyer vorbei. Und ich bin letztlich dann doch froh, diese Gelegenheit genutzt zu haben, auch wenn mehr oder weniger erwartbare Startschwierigkeiten sich beimischten.

In diesen kontaktscheuen Tagen ist jede Abwechslung gern genommen. Und die Abwechslung mit dem heimatverbundenen Komiker bot die humorige Portion, die man als Anhänger des „edlen Wilden“ voll genießt. Also hier volle Punktzahl.

Doch es liegt freilich auch an Ihren körperlichen Ausprägungen, gepaart mit den Ausdehnungen, die ihren Geldbeutel betreffen, jedenfalls ist man im Auto entweder froh, wenn man kurze Gliedmaßen hat, oder man erfreut sich an einem Fahrzeug, das über ausreichende Ausmaße für Ihre Gliedmaßen verfügt. Hier ziehe ich eingedenk der altersbedingten Zipperlein Punkte ab.

Auch ist das Gemeinschaftserlebnis beschränkt – will heißen, wir waren mit Freunden im Autokino, die wir zwar gerade noch neben unser Fahrzeug bekamen, denen wir aber nur bei jeweils nahezu geschlossenem Fenster zuprosten konnten. Deshalb neige ich dazu, auch hier leichte Abzüge geltend zu machen.

Vor allem aber haftet dem Autokino ja an, dass es ein guter Ort für Knutschorgien mit der Liebsten sein soll. Zwar war die Nähe zuletzt eh intensiv, aber gegen Knutschen gibt es selten Einwände. Als der Kleine jedoch sagte, er sehe nichts und wolle auf den Beifahrersitz, war klar, welchen Kardinalfehler mir unterlaufen war. Ich hatte zugelassen, dass wir mit den Kindern ins Autokino gehen.

Und so würde ich allen Unkenrufen zum Trotz, die das Aus-dem-Boden-Sprießen der Autokinos als zeitlich begrenzte Erscheinung beschreiben – an Ihrer Stelle noch schnell hingehen – wägen Sie gegebenenfalls meinen Kardinalfehler gut ab.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional