Ketsch

Haus der Begegnung Heide Schäfer begeistert die Senioren mit mundartlichen Geschichten

„De beschte Menscheschlag”

KETSCH.Beim Altennachmittag im Haus der Begegnung erfreute Heide Schäfer die Senioren mit amüsanten Gedichten und Geschichten. Die ehemalige Erzieherin des Neurottkindergartens erinnerte zunächst in Mundart an den Rhein von seiner geografischen Lage und dessen Ursprung über die Flussregulierung bis zu seiner Bedeutung als Grenze. So sei einwandfrei erwiesen, „de Rhei duht Richtung Norde fließe. Er fließt vun Berge owwerunner, ins flache Land, noch Holland nunner”.

Im Erdinneren müsse in der Schöpfungszeitepoche ein Feuer ausgebrochen sein. Es brodelte, wie „Schpinat in enner Pann, es blubbert, schpritzt mit Riesenstärke”. So entstanden dann die Berge. Wenn es dort regnet, fließe Wasser durch eigene Schwerkraft ins Meer. Mit der Zeit bildete sich dadurch eine Rinne „wu’s Wasser lauft jahraus, johrei –un dodedurch entsteht de Rhei”. Seine Gewalt wurde mit festen Mauern und Dämmen gezähmt. Dadurch konnten auf dem Rhein Schiffe fahren. „Seid die Dampmaschin erfunne, fahrt mer de Rhei nuff, von ganz unne, durchs Rheidaal un es Binger Loch, und bloos de Heizer schwitzt do noch.”

Der Rhein bildet auch Grenzen, hieß es weiter erläuternd im Text. Zuerst alleine in der Schweiz mit Vorder- und Hinterrhein, kurz an Österreich vorbei, dann als Grenzfluss auf Basel zu in Richtung Karlsruhe, Speyer, Worms und Mainz. Der Rhein nimmt unterwegs den Neckar und die Nahe mit, bevor er bei Rotterdam ins Meer fließt.

In die Töpfe geschaut

„De Rhei entlang, wann ich eich sag, do wohnt de beschte Menscheschlag. Drum beschtreit ach sicher kenner, dass do die allerg’scheitschte Männer erfinnen, was de Menschheit nützt. Vun Autos bis zu de Arznei, do is jo alles mit dabei”, sang Schäfer ihr Loblied auf die Region.

Viele Senioren erinnerten sich an ihre Kindheit, als Schäfer von der „Quer-durch-de-Gaade-Supp” erzählte. „Die Supp, die war bei unsre Alde, doch meh em Summer vorbehalte, weil winters jo nix wachse duht, doch sie war nahrhaft, g´sund un gut.” Als Grundlage war eine Fleischbrühe recht, doch fleischlos schmeckte sie auch nicht schlecht. Man kochte halt eine Sellerieknolle weich – die ersetzte das Fleisch. Noch einen Lauchstängel und erste Bohnen geschnippelt, dazu Kohlrabi und Tomaten – was halt so reif war im Garten. Liebstöckel für den Geschmack, und ein paar Erbsen dazu, eine große Zwiebel geschält und auch Knoblauch durfte nicht fehlen. „’S Rezept des ändert üwwer Woche, des ganze duht mer keimfrei koche, zumindescht e Schtunn, zwee or drei: Mein Gott, was war die Supp so fei. Net norre fei, die is ach g’sund un ghöört mit Maggi abgerundet.”

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