Ketsch

Senioren Vortrag zur Krebsvorsorge beim "Tag der Aktivität" / Vereine stellen ihr sportliches Angebot vor / Seniorenbeirat bietet Alltags-Fitness-Test an

Dem Zahn der Zeit entgegenwirken

Ketsch.Mit dem Alter schwindet die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Beine wollen nicht mehr so schnell wie früher, und in jungen Jahren waren die Einkäufe auch mal schneller nach Hause gebracht. Damit muss sich aber niemand abfinden - und der rege Andrang gestern beim "Tag der Aktivität" in der Neurotthalle zeigte, dass das viele Senioren der Enderlegemeinde genauso sehen.

Organisiert von Michaela Issler-Kremer, der Leiterin des Seniorenbüros, hatte die Gemeinde ihre älteren Bürger eingeladen, sich zu informieren und ihre Fitness auf die Probe zu stellen: Das ermöglichte der Seniorenbeirat mit dem Alltags-Fitness-Test. Der wurde in der Sporthalle angeboten, wo auch die Line-Dancer der Tanzfreunde ihr Können präsentierten. Die Diabetiker-Gruppe sorgte mit Gymnastikübungen fürs nötige Aufwärmen. Die Gruppe richtet sich jedoch nicht nur an Diabetiker, wie Übungsleiterin Margot Eisele betonte: "Wir sind eine Reha-Sportgruppe, bieten also auch Sport nach Krebs sowie Wirbelsäulengymnastik an."

Der Alltags-Fitness-Test wird jährlich vom Seniorenbeirat angeboten und prüft Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit der Teilnehmer. Die Diabetiker-Gruppe ermutigte die Anwesenden, vor dem Fitness-Test mit einem kleinen Pieks ihren Blutzucker messen zu lassen. Das übernahm Krankenschwester Ingeborg Neumann. Nach dem Sport sollten sie zum erneuten Test wiederkommen. Maria Abendschön (77) hatte sich beim Blutwert von 133 auf 75 verbessert. "Hier gibt es alle wichtigen Informationen gebündelt", berichtete sie im Gespräch mit unserer Zeitung, "im Alter neigt man dazu, etwas bequemer zu werden. Dem will ich entgegenwirken."

15 Prozent der Fälle vermeiden

Wolfgang Bäuerlein verglich die Werte in einer Tabelle und kam zu dem Schluss: "Bei nahezu allen war der Wert gesunken; je höher vor dem Fitness-Test, desto größer die Verbesserung." Der Beweis für den Senioren: Sport ist für Diabetiker grundsätzlich gut. Zu einem ähnlichen Endergebnis gelange Professor Dr. Karen Steindorf in ihrem Vortrag zu Beginn der Veranstaltung. Steindorf ist Leiterin der Abteilung "Bewegung, Präventionsforschung und Krebs" am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg.

Unter dem Titel "Mit Rad und Tat gegen den Krebs - Senkt körperliche Aktivität das Krebsrisiko?" erläuterte die Medizinerin, dass körperliche Aktivität sogar einen erheblichen Einfluss auf das Krebsrisiko haben kann. Steindorf verkündete, dass rund 15 Prozent der in Europa vorkommenden Krebsfälle durch mehr Aktivität verhindert werden könnten. Diese Erkenntnis fußt auf einer Reihe von Studien, die eine Risikominderung bei den häufigsten Krebsarten - Lungenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs - feststellen konnten. "Natürlich muss man dazu sagen", ergänzte die Medizinerin, "wer körperlich aktiv ist, der lebt auch anders - ernährt sich beispielsweise auch gesünder."

Informationen und Inspiration für einen gesünderen und aktiven Lebenswandel gab es außerdem bei den Ständen der Tanzfreunde, der TSG, dem Roten Kreuz, Venice Beach, Bewegungswerk, dem Pflegestützpunkt Rhein-Neckar, der Seniorengymnastik beim TTC und dem Bridge Club.

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