Ketsch

Deutschland – ein Schlaraffenland

Archivartikel

Arta Ramadani, ZDF-Reporterin und Autorin, über ihr Ankommen in Deutschland

Wie war das, als Mädchen, als Flüchtling aus dem Kosovo, in Deutschland aufzuwachsen?

Arta Ramadani: Sehr spannend, aufregend, neu. Es war wie im Schlaraffenland. Es gab nicht nur eine Sorte Schokolade, sondern Hunderte. So war es mit allem. Ich bin meinen Eltern bis heute dankbar dafür, dass sie Deutschland zu unserem Zuhause gemacht haben. Sie betrachteten dieses Land schon immer als eine Musterdemokratie und haben uns motiviert, Deutsch zu lernen, gute Abschlüsse zu machen, Träume zu haben.

Warum haben Sie den Beruf der Journalistin für sich gewählt?

Ramadani: Weil ich schon immer eine große Lust verspürt habe, Menschen zu informieren, zu recherchieren, Quellen zu überprüfen. Im Kosovo war das oft so, dass es, vor allem in kritischen Zeiten, an objektiven Informationen gemangelt hat. Das hat mich geprägt.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Kosovo?

Ramadani: Oh, sehr viele schöne! Heiße Sommerabende bei Eiscreme und Melone im Garten bei meiner Tante in Prishtina, wo die ganze Familie draußen ist und mir der Bauch vor lauter Lachen wehtut. Die Menschen im Kosovo haben einen sehr guten Humor. Sie können vor allem über sich selbst sehr gut lachen. Die Kosovo-Albaner haben viel Leid erfahren, aber sie haben ihren Humor nie verloren. zesa/Bild: Dahms

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