Ketsch

St. Sebastian Sigrun Gaa-de Mür bringt das Buch der Bücher beim Seniorennachmittag näher / In 2650 Sprachen übersetzt / Fest im Sprachgebrauch verankert

„Die Bibel kann das Leben und die Welt erklären“

Archivartikel

KETSCH.Der Gottesdienst zu Beginn des Seniorennachmittags mit Diakon Heiko Wunderling war den Novembertagen angepasst mit der Gewissheit des Glaubens, dass Gott auch in trüben Tagen bei uns ist. Nach dem gemeinsamen Lied „Herr, gib uns Mut zum Hören” sprach Gemeindereferentin Sigrun Gaa-de Mür über das Buch der Bücher.

Das Wort „Bibel” stamme aus der griechischen Sprache und bedeute „Bücher“ (biblia), denn sie ist eine Sammlung verschiedener Einzelschriften. Die Sammlung von 77 einzelnen Büchern könne mit einer Bibliothek verglichen werden. Mit 2,5 Milliarden Exemplaren sei die Bibel das meist verkaufte Buch der Welt. Sie wurde in 2650 Sprachen übersetzt, rund 5,6 Milliarden Menschen hätten dadurch Zugang zur Bibel in ihrer Muttersprache. Sie sei im Zeitraum von etwa 1000 Jahren (850 vor Christus bis 150 nach Christus) entstanden.

Heute sei die erste gedruckte Bibel 20 Millionen Euro wert. „Um die Bibel in einem Zug durchzulesen, benötigt man rund 50 Stunden – 38 Stunden für das Alte Testament und zwölf Stunden für das Neue Testament“, sagte Sigrun Gaa-de Mür aus Erfahrung. „Die Bibel kann das Leben und die Welt erklären.“

Sie fragte nach biblischen Vornamen: Eva, Maria, Magdalena, Elisabeth, Martha, Anna, Ruth, Katharina und Barbara, aber auch Josef, Adam, Simon, Thomas, Johannes und Jakob nannten die Besucher. Auch biblische Sprichwörter waren bekannt: „Alt wie Methusalem“, „Ein Herz und eine Seele“, „Mir stehen die Haare zu Berge“ oder „Jemandem die Leviten lesen“. Zum Wortschatz gehörten Wörter wie „Schlüsselfigur“, „Hiobsbotschaft“ oder „Sündenbock“. Wie das Wort Gottes zu verstehen sei, dazu entwickelte sich eine rege, mitunter kritische Diskussion. Schöpfungsgeschichten, aber auch über Gewalt und Krieg sei dort zu lesen. „Das Weib schweige in der Gemeinde“ verkündete Paulus. „Fest steht die Bibel als Geschichtsbericht über zeitlos allgemeingültige Wahrheiten mit eindeutig feststehenden Aussagen von Jesus und Moses. In biblischen Texten geht es um die Beziehung Gott und Mensch“, sagte die Referentin.

Texte nicht immer eindeutig

Sie empfahl den Besuchern, sich beim Bibellesen Zeit zu nehmen, Zusammenhänge beachten, herausgenommene Einzeltexte oder Worte führten auch zu Missverständnissen. Kinder und Jugendliche fragten Sigrun Gaa-de Mür als Religionslehrerin, warum es eine Welt gebe, woher sie komme, und welche Bedeutung die jungen Menschen dabei hätten. Ihre Antworten seien auch für die ältere Generation von Wichtigkeit. „Du wirst beim Bibellesen sehen, in den alten Geschichten stehen Fragen und Antworten, die gar nicht alt sind, sie sind neu wie die Menschen auf der Erde.“

Oft seien biblische Texte nicht eindeutig, auf unterschiedliche Weise lasse sich Sinn finden. Im Sinne des berühmten Gotteslehrers Augustinus empfahl Sigrun Gaa-de Mür, in die Bibel wie durch ein Tor einzutreten: „Tritt in aufrechter Haltung, ohne Furcht und selbstbewusst durch die Tür der Bibel, und du wirst mit diesem Buch wachsen und groß werden. “ gp

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional