Ketsch

Hundezucht Ketscher Schäferhündin gewinnt Vizeweltmeistertitel gegen rund 2000 Konkurrenten / Herrchen Simon Pister ist stolz auf seine treue Begleiterin

"Dschinie" ist (fast) die Schönste der Welt

Ketsch.Mit offenem Maul und angelegten Ohren begrüßt die junge Schäferhündin "Dschinie vom Enderle" freundlich neue Besucher. Dabei saust sie verspielt um die Füße von Herrchen Simon Pister herum, beschnuppert jedermann und will durch das lange und weiche Fell gestreichelt werden.

"Dschinie" ist mit ihren 25 Monaten noch sehr verspielt und lebhaft, muss alles begutachten und vielbeschäftigt werden, erzählt Simon Pister im Gespräch mit unserer Zeitung. Nebenberuflich ist er Züchter für Schäferhunde und Zuchtwart der OG Ketsch, Besitzer des Happy Animal Centers, das mit Tierpension, Hundesalon und Futterverkauf vielseitig aufgestellt ist.

Die Jüngste in ihrer Klasse

Wer Schäferhunde kennt, sieht schnell, dass "Dschinie" eine besonders hübsche Rassehündin ist. Mit ihrem gehobenen Kopf und den weiten Schritten sieht sie graziös und erhaben aus. In der Sonne glänzt das braun-schwarze Fell auf ihrem Rücken, der nicht so steil nach hinten abfällt, wie bei vielen anderen Schäferhunden. "Sie ist kein ,Bergabhund' - davon hat man sich in der Zucht mittlerweile wieder verabschiedet. Der Trend geht zurück zu einem geraderen Rücken", erklärt Simon Pister.

Auch die Preisrichter auf der diesjährigen Bundessiegerzuchtschau für Schäferhunde, auf der im Ulmer Donaustadion rund 2000 Schäferhunde aus über 50 Ländern ihr Können und Aussehen in unterschiedlichen Klassen unter Beweis stellten, beeindruckte "Dschinies" Schönheit. In der Gebrauchshundeklasse trat sie als jüngste Hündin gegen 40 andere Schäferhunde an und wurde am Ende zur Vizeweltmeisterin gekürt. Damit erhielt die Rassehündin die Auszeichnung "Vorzüglich-Auslese", ein Titel, der nur bei Bundessiegerzuchtschauen verliehen wird und der beste ist, den ein Schäferhund überhaupt erreichen kann. Die Preisrichter beurteilten die Schäferhunde in den drei Kategorien Ausdruck, Anatomie und Fell.

Da sich Pisters Mutter in ihrem Hundesalon um das Langstockhaar der jungen Hündin regelmäßig kümmert, waren in letzterer Kategorie die Punkte schon sicher. Die Richter bewerteten beim Fell vor allem den Glanz und die Pflege der Haare.

"Im Ausdruck legt man Wert auf Erhabenheit", erklärt Herrchen Pister. Hier schaute die Jury auf die Kopf- und Ohrenstellung "Dschinies", die aufrecht und nach oben gestreckt sein musste. Auch das Gebiss wurde bewertet.

In der Kategorie Anatomie - die wichtigste im Schönheitswettbewerb - ging es vor allem um die richtige "Winkelung des Gebäudes", wie die Züchter den Körperbau der Hunde nennen. "Die Vor- und Hinterläufe dürfen nicht zu spitz abgewinkelt sein und der Rücken nicht zu stark abfallen. Nur dann hat man eine Chance", sagt Pister. Auch komme es auf das Gangwerk an, denn je weiter die Schritte auseinander sind, desto besser werde man gewertet. "Dschinie hat in allen Kategorien bravourös abgeschnitten, deshalb ist sie souverän Vizeweltmeisterin geworden", freut sich Pister.

Fast jede Qualifikation gewonnen

Um auf der Bundessiegerzuchtschau, die vom Verein für Deutsche Schäferhunde organisiert wird, antreten zu dürfen, müssen die Hunde nicht nur mindestens die sogenannte IPO-1 Ausbildung vorweisen, in der sie in den Disziplinen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst zu einem ausgeglichenen und sozialen Schutzhund erzogen werden. Sie müssen sich auch auf überregionalen Zuchtschauen qualifizieren. Von sechs Wettbewerben gewann "Dschinie" fünf und landete einmal auf dem zweiten Platz. "Beim nächsten mal werden wir dann auch noch Weltmeister", setzt sich Simon Pister voller Vorfreude und Stolz sein nächstes Ziel.

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