Ketsch

Umfrage beim Ketscher Backfischfest Wie die Besucher die 66. Ausgabe des Backfischfests erleben / Früher als Pärchen bei den Partyabenden, heute mit Kindern auf dem Rummelplatz / Komplimente an die Veranstalter

"Eben ein richtiges Volksfest für alle"

KETSCH.Jubel, Trubel und Rummel bestimmen neben proppenvollen Konzerten und Abendangeboten das Bild im Bruch. Seit Freitag vergangener Woche sind hier Zehntausende Besucher unterwegs und haben Spaß. Wir haben mal nachgefragt, was am Backfischfest so attraktiv ist.

Im Biergarten der Angler treffen wir zwei Familien: Astrid Mutschler (35, Bild unten, links), Sachbearbeiterin in der Beitreibung, ist jedes Jahr beim Backfischfest: "Klar, seit wir Kinder haben immer am Familientag, früher aber auch gerne zu Abendveranstaltungen", sagt sie. Aktuell stehen außerdem Besuche an beiden Wochenenden an, da kommt dann auch der Bruder mit Familie aus der Pfalz zum lustigen Treiben dazu. "Der Familientag mit den Angeboten für Kinder ist prima", erklärt Astrid Mutschler, dass sie das traditionelle Fest alljährlich gerne besucht. Tochter Annika (3) erzählt, dass sie am liebsten auf dem Karussell fährt, "und ich will noch Punkte sammeln beim Entenangeln." Jonas (1) sitzt da eher noch bei Mama auf dem Schoß oder erlebt den Rummel im Kinderwagen.

Verena Reichardt (31), Krankenschwester, und Marcus Reichardt (38, Bild unten), Leitstellendisponent, sind mit Helen (fast ein Jahr) und Hannah (fast sechs Jahre) gekommen: "Beim Familientag ist das immer wie ein kleines Familientreffen und die Kinder haben viel Freude", das unterstreicht Hannah gleich, und fordert: "Wir müssen noch Boxauto (Autoscooter) fahren, Papa!" Na klar, das gehört dazu.

Am Bungeejump steht Steffi Wahlberg (41, Bild oben), Versicherungskauffrau aus Brühl und wartet auf ihre Tochter: "Früher haben wir hier als Paar mit Freunden immer die Konzerte besucht, jetzt mit Kind geht es auf den Rummel und zum Familientag." Das Backfischfest sei ein guter Ort, um Bekannte und Freunde zu treffen, "das ist ein fester Termin, der so viele Möglichkeiten bietet, ein tolles Volksfest eben." Alles, was man selbst als Kind in Erinnerung hat, als Jugendlicher und Erwachsener hier erlebt hat, das erfährt man mit eigenen Kindern noch einmal, macht quasi eine Reise zurück in die eigene Kindheit, freut sich, wenn die Kinder ihr Vergnügen haben - auch ein Aspekt des seit 66 Jahren stattfindenden Backfischfests, findet sie.

Vorm beliebten Fahrgerät "Magic" direkt am großen Festzelt flanieren die Schülerinnen Tessa (12, Bild rechts, v. l.), Lena (14), Sara (14) und Lea (14). Eigentlich tummeln sie sich auf dem gesamten Platz, finden, dass die Fahrten im "Magic" - dem Fahrgerät mit den Gondeln, die sich rasant schnell drehen, während sie sich auf und ab bewegen - das Coolste sind. Darin sind sich alle vier einig. Aber auch bei Radspitz hat zumindest Lea schon einmal mitgemacht: "Das ist einfach super, da ist geniale Stimmung, eine echte Party mit so vielen Leuten." Ansonsten zählt es, unterwegs zu sein, sehen und gesehen zu werden, Leute treffen. "Das macht das Backfischfest jedes Jahr wieder aus, deshalb kommen wir hierher", sagen die vier gleichzeitig.

Im Festzelt steht Philip Staiger (39, Bild rechts), Abteilungsleiter aus Rohrhof mit Freunden beim zweiten "Radspitz"-Konzert und erklärt: "Das Backfischfest ist ein Highlight im Sommer in der Region, das seinesgleichen sucht - täglich ein anderes Konzert, für jedes Alter etwas." Seine Frau ist Ketscherin und damit wäre sowieso klar, dass das Fest auf dem Plan im August fest vermerkt ist. "Radspitz" und auf den Bänken zu tanzen ist dann angesagt, und: "Ich als Nicht-Fischesser probiere sogar immer, wenn meine Frau bei Zanderfilet und Calamares schwach wird." Bekehrt habe man ihn dennoch noch nicht, scherzt er.

Allein optisch fallen Claus Gängel mit Partnerin Heike Hutter (Bild rechts) auf. Sie wohnen knappe 100 Meter vom Fest weg: "Wir machen täglich mit, dann brauchen wir nicht über die Lautstärke zu meckern." Dass sie dafür ein schrilles Outfit anlegen entspricht dem Naturell der beiden, die gerne mal auffallen, aber auch Spaß haben. Im Festzelt und auf dem Platz sind sie auf jeden Fall der Hingucker der Abende.

Gerne auf dem Traditionsfest ist auch der Ketscher Gregor Ries (40, Bild unten), Bäderleiter: "Ich bin am Backfischfest geboren, also seit 40 Jahren fast ohne Unterbrechung mit dabei." Das Feiern beim Volksfest ist ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Sein Papa habe auch erzählt, dass er damals die Geburt des Sohnes hier auf dem Fest "begossen" habe. Auch 2017 war Ries oft auf dem Fest und wird es noch bis morgen sein. Er lobt, "dass der Veranstalter mit der Zeit geht, auch Neues wagt, das dann - wie im Fall des "Pink Tuesday" - oft super angekommen ist." Auch beim Gottesdienst im vergangenen Jahr war Ries dabei, erlebte den Frühschoppen danach. "Diese Mischung macht das Flair des Backfischfestes aus - es ist alles dabei, von konservativ und traditionell bis rockig. Eben ein richtiges Volksfest für alle." Ein Lob gehört seiner Meinung nach dem Ausrichter, "als Vorsitzender eines Vereins, weiß ich, was es heißt, ein Fest auf die Beine zu stellen und die Helfer zu motivieren - bei zehn Tagen ist das eine grandiose Leistung."

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