Ketsch

Im Interview Diakon Kurt Gredel stellt die Benefizaktion vor / Ökumenische Zusammenarbeit gelobt

Ein Zeichen der Solidarität

Archivartikel

Ketsch.Bewegung für den guten Zweck – das ist das Konzept des Hungermarsches, der dieses Jahr bereits zum 36. Mal stattfindet. Trotzdem ist der kommende Hungermarsch eine Premiere, weil er zum ersten Mal ökumenisch begangen wird. Diakon Kurt Gredel (kleines Bild) hat gemeinsam mit seinem Organisationsteam um Marianne Faulhaber, Elfriede Hemmerich und Helene Jünger bereits alles vorbereitet und beantwortete im Interview mit unserer Zeitung Fragen rund um das Event.

Was ist der Hungermarsch?

Kurt Gredel: Wir laufen fünf oder zehn Kilometer oder radeln 20 Kilometer und sammeln dabei Spenden für Projekte, die in den einzelnen Gemeinden – Oftersheim, Schwetzingen, Brühl und Ketsch – gefördert werden. Jeder bekommt eine Laufkarte und sucht sich im Vorfeld einen Spender, meist aus dem Bekanntenkreis. Derjenige zahlt dann beispielsweise pro gelaufenen Kilometer zwei, drei oder auch fünf Euro und dieses Geld wird dann ohne Abzüge gespendet.

Wie läuft das Event am Sonntag ab?

Gredel: Die Radfahrer und die Läufer, die zehn Kilometer laufen möchten, treffen sich um acht Uhr an der Rheininsel am Försterhaus. Für diejenigen, die sich die Fünf-Kilometer-Strecke ausgesucht haben, ist um 8.45 Uhr Treffpunkt. Pfarrer Christian Noeske gibt den Anwesenden dann den Segen und sendet sie aus. Beim Laufen kann man mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen und begegnet alten Freunden. Anschließend treffen wir uns um 10.30 Uhr an der Rheinhalle, wo die Laufkarten abgegeben werden. Dort gibt es auch kalte Getränke und gespendete Äpfel und jeder hat die Möglichkeit sich nochmal frisch zu machen.

Und wie geht es dann weiter?

Gredel: Anschließend laufen wir gemeinsam mit einem großen „Hungermarsch-Banner“ durch die Gutenbergstraße und die Hockenheimer Straße bis zur Kirche. Ab elf Uhr halten Pfarrer Erwin Bertsch, Pfarrer Christian Noeske und ich dort einen ökumenischen Gottesdienst. Der gemischte Chor „4-tones“ und die „Teenie-Gruppe“ des Kirchenchors unter der Leitung von Moni Zorn werden uns musikalisch begleiten. Außerdem stellen die einzelnen Vertreter der Gemeinden die Projekte, für die gespendet wird, noch einmal genau vor und Schwester Damian aus dem Orden der Mission „Schwestern vom kostbaren Blut“ hält eine interessante Predigt. Nach dem Gottesdienst gibt es dann im Pfarrzentrum Essen.

Was steht denn auf der Speisekarte?

Gredel: Es wird passend zu den Projekten gegen eine Spende typisch afrikanische Küche geben. Mitbürger, die aus Afrika kommen, jetzt aber in Ketsch leben, werden uns bei der Zubereitung helfen. Auf der Speisekarte steht neben „Djem-Djem“, einem Aperitif mit Ingwer-Ananas-Saft, auch „Sauce au poulet“ – das sind Hähnchenschenkel in Tomatensoße mit typischen Beilagen wie Reis, Kochbananen und Maisknödel. Außerdem gibt es einen kleinen Floh- und Büchermarkt und die Eine-Welt-Gruppe aus Schwetzingen verkauft Waren aus der sogenannten Dritten Welt. An Stellwänden werden auch die einzelnen Projekte noch einmal vorgestellt, für die gespendet wird.

Welche Projekte sind das genau?

Gredel: Wir haben uns dafür entschieden die Spenden aus Ketsch nach Tansania zu geben. Die Projekte der „Schwestern vom kostbaren Blut“ fördern Bildung in allen Bereichen. Die Oftersheimer sind seit vielen Jahrzehnten in Südafrika engagiert und leisten dort Hilfe zur Selbsthilfe für die ärmsten Bevölkerungsschichten, vor allem im Kampf gegen Aids. Im Norden Ghanas führen geringe Bildung und mangelnde Aufklärung dazu, dass Kinderhandel und Frühheirat weit verbreitet sind. Für den Schutz vor Kinderhandel und Zwangsarbeit spendet Schwetzingen. Die Brühler setzen sich für die Berufsbildung junger Afrikaner ein, indem sie in der Partnergemeinde Dourtenga eine Berufsschule bauen. Plankstadt spendet für neue Schulen in Mvimwa in Tansania. Die Secondary School in Sumbawangen steht im Zentrum des Projektes.

Wie kann man mitmachen und kann man auch spontan dazukommen?

Gredel: Wir freuen uns über jeden, egal welche Konfession oder ob komplett konfessionslos. Es geht darum, ein Zeichen für die Solidarität für Menschen in ärmeren Ländern zu setzen. Wer nicht gut zu Fuß unterwegs ist, kann auch an der Rheinhalle, zum Gottesdienst oder erst zum Essen dazukommen. Oder aber man nimmt ein elektrisch angetriebenes Fahrrad – das ist erlaubt. Alle Spenden, die wir an diesem Tag sammeln, inklusive der Kollekte des Gottesdienstes, gehen an die Projekte. Wir bekommen gute Rückmeldungen von den Menschen vor Ort. Sie schreiben uns, wie froh sie sind, dass sie unterstützt werden und das jemand ihre Arbeit gut findet. Ich bin froh, dass wir eine so gute Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden hier aus der Umgebung habenund das auch auf ökumenischer Ebene. Bild: caz

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