Ketsch

Eine Lücke – kein Parkplatz

Wir Deutschen sind schlau, bauen die besten Autos der Welt. Und weil wir das so gut können, werden die Wagen auch immer breiter. Das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen hat ermittelt, dass die Breite von Neuwagen hierzulande zuletzt einen neuen Rekorddurchschnittswert erreichte. Neu zugelassene Autos sind im Schnitt 180,2 Zentimeter breit. 1990 lag lag der Vergleichswert noch bei 167,9 Zentimetern.

Die durchschnittlich über zwölf Zentimeter mehr kennt jeder, der gerne mal in der Stadt parkt – oder kommen Sie noch jedes Mal vernünftig in eine Lücke und dann komfortabel aus dem geparkten Auto heraus? Also am Neuen Messplatz in Schwetzingen gehört auch Glück dazu.

Die Breite von Parkplätzen ist über die Garagenverordnungen geregelt, die nicht selten die 70er Jahre widerspiegeln: 2,30 Meter sind zu wenig. Wer schon einmal geübt hat, im Parkhaus zwischen zwei SUV zu kommen, kann ein Lied davon trällern.

Das Parkraumproblem dürfte kaum schmaler werden. Rund ein Viertel aller Neuzulassungen entfallen auf die voluminösere Fahrzeuggattung der SUV. Das, obwohl die Zahl der Jäger im Land, die einen Geländewagen benötigen, recht stabil bleibt. Den Erfolg der Sport Utility Vehicle, die zu 90 Prozent in der Stadt – also den sich weiter verdichtenden Ballungsräumen – bewegt werden, erklärt der Wirtschaftspsychologe Rüdiger Hossiep so: „Man kann das Auto als gepanzertes Selbst verstehen“ und „es erzeugt so etwas wie ein Überlegenheitsgefühl“. Dass die schweren, wenig windschlüpfigen SUVs vor allem dem Tankwart Freude bereiten, kann beim Parken ja vernachlässigt werden.

Aber wir kriegen auch das hin. Bald parken alle Autos selbständig und wir schauen – bereits ausgestiegen – nur noch zu. Wir sind doch so schlau, oder?

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional