Ketsch

Ferdinand-Schmid-Haus Kinderbuchautor und Illustrator Tino liest für alle Grundschüler auf Einladung der Gemeindebücherei

Elefanten und Tiger zum Mitnehmen

Ketsch.Ein mit vielen Stickern aus aller Welt beklebter Koffer, ein kleiner Tisch mit einem Stuhl und ein Zeichenstift, ein Projektor und natürlich ein großer Stapel bunt illustrierter Bücher – soweit zu der Ausstattung, die der Schriftsteller Tino ins Ferdinand-Schmid-Haus mitgebracht hatte.

Dort durften, initiiert von der Gemeindebücherei und deren Leiterin Barbara Breuner, alle 18 Grundschulklassen der Alten Schule und der Neurottschule an zwei Vormittagen Geschichten über Abenteuer, Freundschaft, Spaß, Tiere und fremde Länder nicht nur hören, sondern auch ein wenig miterleben.

Rund 30 Kinderbücher hat Tino, dessen Nachname laut eigener Aussage so kompliziert ist, dass er ihn einfach nicht verrät, in den letzten 30 Jahren verfasst und mit wunderschönen und liebevollen Zeichnungen ausgestattet.

Doch welche Geschichten sind die allerbesten? Natürlich die Geschichten, die man selbst erlebt hat und dadurch die wirklichen Abenteuer sind. Die Klassen 4a und 4b der Alten Schule und ihre Klassenlehrerinnen Monique Thate und Stefanie Höhn-Pföhler waren die ersten, die voller Erwartung und ganz gespannt eine „Schulstunde“ der besonderen Art erleben durften.

Je nach Altersgruppe hatte Tino aus seinen Büchern eine Vorauswahl getroffen. Die Erstklässler durften sich auf „Mein Freund der Delfin“ freuen, für die Schüler des zweiten Schuljahres stand „Meine beste Freundin“ auf dem Programm und die dritten und vierten Klassen erlebten „Der Elefant im Klassenzimmer“.

Eigene Erlebnisse in Indien

Darin erzählt Tino sehr lebendig und mitreisend von seinen eigenen Erlebnissen in Indien. Doch wenn man den Autor in Person zu Gast hat, dann bot sich die Gelegenheit, dass die Geschichte des Buches frei erzählt werde, was richtig spannend ist. Natürlich durfte dabei eine original indische Kopfbedeckung aufprobiert werden, worüber sich Marie und Torben sehr freuten.

Aus dem großen Koffer wurden nach und nach eine indische Hochzeitsjacke, ein orangener Seidenschal sowie ein echter indischer Säbel ans Tageslicht befördert. Zu guter Letzt folgte eine kleine Schatztruhe. Was darin wohl wäre? Edelsteine? Oder gar eine giftige Spinne? Mutig lugte eine Schülerin der 4b ins Kästchen und eine schöne Kette kam zum Vorschein.

Immer wieder gab Tino den Schülern Gelegenheit, Fragen zu stellen. Lilli war sehr interessiert, wie sich Tino auf seiner Indienreise zum Beispiel die Zähne putzte, wenn es im Fluss doch vor Wasserschlangen nur so wimmelte. „Natürlich mit Mineralwasser, denn das Wasser, dass dort aus dem Wasserhahn kommt, ist nicht immer dafür geeignet“, sagte der 57-jährige Schriftsteller.

Schon wurden mit dem Projektor Originalbilder von der Reise gezeigt und die Schüler sahen, wie Tino auf einem Elefanten wilden Tieren im Dschungel begegnete und wie ein echtes Dschungelklassenzimmer mit Schülern aussieht. Dort gibt es nämlich keine Tische und Stühle und die Kinder sitzen dort zumeist mit ihren Büchern auf dem Boden. Tino vermittelte viel Hintergrundwissen über Indien und die jungen Zuhörer tauchten ganz und gar in die Geschichte ein und erfuhren beispielsweise, dass die gefährlichen Kobras bei den Schlangenbeschwörern „gemolken“ werden, damit sie für einige Stunden ungiftig sind, oder dass die Gerichte in Indien für uns Europäer doch relativ scharf schmecken und die Kinder oft barfuß zur Schule gehen, aber dabei mindestens genauso viel Spaß beim Lernen haben wie die Schüler hier.

Ein besonderes Highlight war, dass nach der einstündigen „Reise“ nach Indien sich jedes Kind ein Tier wünschen durfte, das Tino in unglaublicher Geschwindigkeit für jeden auf eine Postkarte zeichnete – ein tolles Andenken an eine spannenden Vormittag im Ferdinand-Schmid-Haus. Die vorgestellten Bücher gibt es alle auch zum Ausleihen in der Gemeindebücherei, sagte Leiterin Barbara Breuner.

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